03.09.2026
Websites
Weiterleitungen einrichten: 301, 302 und wann welche
Was 301 und 302 unterscheidet, welche Weiterleitung beim Relaunch gehört und wie Sie Ketten und Sammelweiterleitungen vermeiden. Mit Prüfliste.

Nach dem Relaunch steht die neue Website, und drei Wochen später kommen die ersten Anrufe: Ein Kunde findet das Kontaktformular nicht mehr, ein Lieferant landet auf einer Fehlerseite, und die Seite, die bei Google immer auf Platz zwei stand, ist verschwunden. Die Ursache ist fast immer dieselbe. Die Adressen der alten Unterseiten haben sich geändert, und niemand hat den Weg von alt nach neu gelegt.
Dieser Weg heißt Weiterleitung. Technisch ist das eine kurze Auskunft Ihres Servers an den Browser: Die angeforderte Seite liegt jetzt woanders, hier ist die neue Adresse. Wichtig ist dabei nur eine Kleinigkeit, die man im Browser nicht sieht, nämlich ob die Auskunft „für immer" oder „gerade eben" lautet. Genau darum geht es bei den Zahlen 301 und 302.
Der Unterschied kostet nichts und dauert pro Adresse keine Minute. Falsch gesetzt kostet er Sichtbarkeit, die Sie über Jahre aufgebaut haben.
Stand: September 2026
Das Wichtigste in Kürze
301 bedeutet dauerhaft umgezogen und ist beim Relaunch, beim Domainwechsel und bei zusammengelegten Seiten der Normalfall.
302 bedeutet vorübergehend und gehört nur dorthin, wo die alte Adresse später wieder gelten soll, etwa bei einer Wartungsseite.
Eine Sammelweiterleitung aller alten Adressen auf die Startseite ist der häufigste Fehler und wird von Google wie eine Fehlerseite behandelt.
Ketten aus mehreren Sprüngen hintereinander kosten Ladezeit und Sicherheit; jede alte Adresse sollte direkt auf das endgültige Ziel zeigen.
Weiterleitungen bleiben nach einem Umzug mindestens ein Jahr bestehen, besser dauerhaft.
Ob eine Weiterleitung greift, prüfen Sie in der Search Console und mit einem beliebigen Statuscode-Prüfer, nicht am Gefühl im Browser.
Der Unterschied zwischen 301 und 302 in einem Satz
301 sagt: Diese Adresse gilt nicht mehr, nimm die neue und merke sie dir. 302 sagt: Nimm ausnahmsweise die neue, aber behalte die alte im Gedächtnis, sie kommt zurück.
Für Besucher macht das keinen Unterschied, beide landen auf derselben Seite. Für Suchmaschinen macht es einen großen. Bei 301 übernimmt Google mit der Zeit die neue Adresse in den Index und rechnet ihr zu, was die alte an Ansehen mitbrachte. Bei 302 bleibt die alte Adresse die maßgebliche, denn Sie haben ja angekündigt, dass sie wiederkommt. Wer beim Relaunch überall 302 setzt, hält seine alten Adressen künstlich am Leben und wundert sich, warum die neuen Seiten nicht in den Ergebnissen auftauchen.
Code | Bedeutung | Typischer Einsatz |
301 | dauerhaft umgezogen | Relaunch, Domainwechsel, zusammengelegte Seiten |
302 | vorübergehend woanders | Wartungsseite, befristete Aktionsseite |
307 | vorübergehend, Anfrage bleibt unverändert | technischer Sonderfall, oft bei Formularen |
308 | dauerhaft, Anfrage bleibt unverändert | technischer Sonderfall, selten von Hand gesetzt |
Praxistipp: Im Zweifel 301. Eine dauerhafte Weiterleitung lässt sich jederzeit wieder ändern, verlorene Sichtbarkeit dagegen nicht so einfach zurückholen.
Wann eine 302 tatsächlich die richtige Wahl ist
Es gibt wenige, aber klare Fälle. Ihre Startseite wird umgebaut und zeigt für zwei Tage auf eine Hinweisseite. Ein Onlineshop leitet während einer Aktion die Kategorieseite auf eine Aktionsseite um. Eine Terminbuchung ist saisonal geschlossen und verweist bis zum Frühjahr auf eine Infoseite. Allen gemeinsam ist: Die ursprüngliche Adresse soll später wieder die richtige sein.
Sobald Sie diesen Satz nicht mit einem Datum im Kopf beantworten können, ist es keine vorübergehende Weiterleitung. Dann gehört dort eine 301 hin.

Die drei Fehler, die beim Relaunch am meisten kosten
Fast alle Sichtbarkeitsverluste nach einem Relaunch gehen auf eine kleine Zahl immer gleicher Versäumnisse zurück.
Alle alten Adressen zeigen auf die Startseite. Google wertet solche unpassenden Ziele wie eine Fehlerseite, weil der Besucher den gesuchten Inhalt dort nicht findet.
Es gibt gar keine Liste der alten Adressen, also merkt niemand, dass dreißig Unterseiten ins Leere laufen.
Die Weiterleitung führt auf eine Seite, die selbst weitergeleitet wird, und die wiederum auf eine dritte.
Der erste Schritt ist deshalb kein technischer, sondern eine Bestandsaufnahme: eine Tabelle mit zwei Spalten, links jede alte Adresse, rechts die passende neue. Die alten Adressen bekommen Sie aus der Search Console, aus der bisherigen Sitemap und aus dem Menü der alten Seite. Für eine Website mit dreißig Unterseiten ist diese Liste in ein bis zwei Stunden erstellt.
Praxistipp: Erstellen Sie die Liste, bevor die alte Seite abgeschaltet wird. Danach ist die wichtigste Quelle für die alten Adressen weg.
Warum Ketten und Schleifen teuer sind
Eine Kette entsteht, wenn Sie mehrfach umbauen: 2021 zog eine Seite um, 2024 noch einmal, und jetzt zeigt die Adresse von 2019 auf die von 2021, diese auf die von 2024 und die auf das heutige Ziel. Jeder Sprung kostet eine zusätzliche Anfrage. Auf dem Handy im Mobilfunknetz summiert sich das spürbar.
Der Googlebot folgt nach Angabe der Google-Dokumentation innerhalb eines Abrufs bis zu zehn Sprüngen. Praktisch ist das kein Grund zur Entwarnung, denn lange Ketten reißen bei jedem Serverumzug ab, und niemand pflegt sie. Eine Schleife, bei der zwei Adressen sich gegenseitig weiterleiten, endet für den Besucher sofort in einer Fehlermeldung des Browsers.
Die Lösung ist unspektakulär: Jede alte Adresse zeigt in einem Schritt auf das heutige Ziel. Alte Zwischenschritte bleiben bestehen, werden aber ebenfalls direkt umgehängt.
Praxistipp: Nach jedem Umbau die bestehende Weiterleitungsliste durchgehen und die Ziele aktualisieren, statt eine neue Regel obendrauf zu legen.
Wo eine Weiterleitung technisch eingerichtet wird
Wo Sie die Regel hinterlegen, hängt davon ab, worauf Ihre Website läuft. Der Weg ist unterschiedlich, das Ergebnis ist dasselbe: Der Server antwortet mit dem Statuscode und der neuen Adresse.
Zwei Verfahren sollten Sie vermeiden. Eine Weiterleitung per JavaScript wird erst nach dem Laden ausgeführt und ist damit langsam und fehleranfällig. Eine Frame-Weiterleitung, bei der die alte Adresse in der Adresszeile stehen bleibt und die neue Seite darin eingebettet wird, führt zu doppelten Inhalten und sollte im Angebot Ihres Registrars nicht ausgewählt werden.
Umgebung | Ort der Regel | Hinweis |
Apache-Server | Datei .htaccess | Vorher Kopie anlegen, ein Tippfehler legt die Seite lahm |
Nginx-Server | Serverkonfiguration | Änderung nur durch den Hoster oder Administrator |
WordPress | Erweiterung für Weiterleitungen | Bequem, aber langsamer als die Serverregel |
Framer, Baukastensysteme | Einstellungen des Projekts | Meist eine einfache Liste alt zu neu |
Domain beim Registrar | Domainweiterleitung | Nur für ganze Domains, nicht für einzelne Unterseiten |

Wie Sie prüfen, ob die Weiterleitung wirklich greift
Im Browser sieht eine 302 genauso aus wie eine 301, deshalb hilft das bloße Anklicken nicht. Drei Prüfungen genügen und dauern zusammen keine halbe Stunde.
Rufen Sie einige alte Adressen mit einem Statuscode-Prüfer im Netz auf und sehen Sie nach, ob dort 301 steht und ob nur ein Sprung stattfindet. Öffnen Sie danach in der Search Console den Bericht zur Seitenindexierung und achten Sie auf die Gruppen mit Weiterleitungen und mit Fehlern. Und rufen Sie zuletzt jede wichtige Seite selbst auf dem Handy auf, denn manche Systeme leiten mobile Besucher anders um als Rechner.
Bis Google die neuen Adressen übernommen hat, vergehen erfahrungsgemäß zwei bis vier Wochen, bei größeren Seiten auch länger. Ein Einbruch der Zahlen in den ersten Tagen ist kein Beweis für einen Fehler, ein Einbruch nach acht Wochen dagegen schon.
Wie lange eine Weiterleitung bestehen bleiben muss
Google empfiehlt, dauerhafte Weiterleitungen nach einem Umzug mindestens ein Jahr aktiv zu lassen. Der Grund sind nicht nur Suchmaschinen: Alte Adressen stehen in Verzeichnissen, in Rechnungen, auf Flyern, in E-Mail-Signaturen und in Verweisen von anderen Websites, über die Sie keine Kontrolle haben.
Praktisch spricht wenig dagegen, sie einfach zu behalten. Eine Liste mit fünfzig Regeln belastet keinen Server. Löschen sollten Sie nur, was nachweislich niemand mehr aufruft, und auch das erst nach einem Blick in die Server-Auswertung.
Praxistipp: Legen Sie die Weiterleitungsliste als Datei ab, gemeinsam mit dem Datum des Umzugs. Beim nächsten Anbieterwechsel ist sie das Erste, was gebraucht wird.
Wichtige Erkenntnisse
Punkt | Was zu tun ist |
Standardfall | 301 setzen, sobald der Umzug endgültig ist |
Vorübergehend | 302 nur mit einem Datum im Kopf, an dem die alte Adresse zurückkommt |
Startseite | Niemals alle alten Adressen dorthin leiten, immer auf die passende Unterseite |
Ketten | Jede alte Adresse in einem Schritt auf das heutige Ziel umhängen |
Prüfung | Statuscode messen und den Bericht zur Seitenindexierung ansehen |
Dauer | Weiterleitungen mindestens ein Jahr bestehen lassen, besser dauerhaft |
Was das in der Praxis heißt
Für einen kleinen Betrieb mit zwanzig bis fünfzig Unterseiten ist das Thema an einem Vormittag erledigt: Liste erstellen, Regeln eintragen, Stichproben prüfen. Der Aufwand fällt einmal an, der Schaden bei Versäumnis wirkt monatelang nach. Wer den Relaunch von einem Dienstleister machen lässt, sollte die Weiterleitungsliste ausdrücklich als Ergebnis vereinbaren und sich die geprüften Stichproben zeigen lassen.
Was Sie nicht beeinflussen können, ist der Zeitpunkt, zu dem Google die neuen Adressen übernimmt. Es gibt keinen Knopf, der das beschleunigt, und auch kein Werkzeug, das es erzwingt. Ebenso wenig in Ihrer Hand liegt, ob fremde Websites ihre Verweise auf Ihre neue Adresse ändern. Deshalb ist die Weiterleitung selbst der einzige verlässliche Hebel: Sie ist die Brücke, solange alles andere noch auf die alte Adresse zeigt. Und in einem Punkt bleibt es unbequem: Eine Seite, die vor dem Relaunch schlecht gefunden wurde, wird durch eine korrekte Weiterleitung nicht besser gefunden. Weiterleitungen bewahren Sichtbarkeit, sie erzeugen keine.
Wenn Sie beim Umzug jemanden an der Seite haben wollen
Wir übernehmen Relaunch und Umzug samt Weiterleitungsliste, Prüfung der Statuscodes und Beobachtung der Search Console in den Wochen danach. Die laufende Pflege danach kostet im Paket Sichtbar 150 Euro netto im Monat, darin enthalten sind Betreuung des Google-Profils, kleine Änderungen an der Seite und der monatliche Bericht.
Wenn Sie nur wissen wollen, ob bei Ihrem letzten Umbau etwas liegen geblieben ist: Im Erstgespräch von fünfzehn Minuten sehen wir uns ein paar alte Adressen an und sagen Ihnen, was wir finden. Ohne Verkaufsgespräch und ohne Verpflichtung.
Nützliche Quellen
Häufige Fragen
Was bedeutet die Zahl 301 überhaupt?
301 ist ein Statuscode, den Ihr Server an den Browser schickt. Er bedeutet „dauerhaft an eine andere Adresse umgezogen". Der Browser folgt automatisch und zeigt die neue Seite, Suchmaschinen übernehmen mit der Zeit die neue Adresse.
Verliere ich mit einer 301 meine Rankings?
Eine korrekt gesetzte dauerhafte Weiterleitung überträgt das, was die alte Adresse an Ansehen mitbrachte, auf die neue. Kurzfristige Schwankungen sind normal. Verluste entstehen meist dadurch, dass Weiterleitungen fehlen oder auf unpassende Ziele führen, nicht durch die Weiterleitung an sich.
Wie lange dauert es, bis Google die neue Adresse zeigt?
Bei kleinen Websites meist zwei bis vier Wochen, bei umfangreichen Seiten länger. Der Zeitpunkt lässt sich nicht beschleunigen. Sie können die Übernahme im Bericht zur Seitenindexierung in der Search Console verfolgen.
Kann ich alle alten Seiten auf die Startseite leiten?
Technisch ja, sinnvoll nein. Google behandelt Weiterleitungen auf ein unpassendes Ziel wie eine Fehlerseite, und Besucher springen ab, weil sie den gesuchten Inhalt nicht finden. Nur wenn es wirklich keine passende neue Seite gibt, ist die Startseite die letzte Wahl.
Was ist besser, eine Weiterleitung oder eine Fehlerseite?
Wenn es einen inhaltlich passenden Nachfolger gibt, die Weiterleitung. Wenn ein Inhalt ersatzlos entfällt, ist eine saubere Fehlerseite mit Wegweisern die ehrlichere Lösung als eine Weiterleitung irgendwohin.
Brauche ich für jede alte Adresse eine eigene Regel?
Nicht zwingend. Wenn sich ein ganzer Bereich nach demselben Muster verschoben hat, lässt sich das in einer Regel abbilden. Für einzeln umbenannte Seiten braucht es je eine Zeile.
Was mache ich, wenn ich die alten Adressen nicht mehr kenne?
Sehen Sie in der Search Console unter Seitenindexierung nach, prüfen Sie die alte Sitemap, falls vorhanden, und werten Sie die Zugriffsstatistik Ihres Hosters aus. Auch der Bericht über Fehlerseiten zeigt, welche alten Adressen noch aufgerufen werden.
Schaden Weiterleitungen der Ladezeit?
Ein einzelner Sprung fällt kaum ins Gewicht. Ketten aus mehreren Sprüngen dagegen schon, besonders im Mobilfunknetz. Deshalb sollte jede alte Adresse direkt auf das endgültige Ziel zeigen.
Kann ich eine Weiterleitung später wieder entfernen?
Ja, aber frühestens nach einem Jahr und besser gar nicht. Alte Adressen stehen in Verzeichnissen, Rechnungen und fremden Verweisen, die Sie nicht ändern können.
Muss ich Weiterleitungen selbst einrichten können?
Nein. Bei Baukastensystemen und Framer ist es eine Liste in den Projekteinstellungen, bei Servern übernimmt es der Hoster oder Ihr Dienstleister. Wichtig ist, dass jemand die Liste alt zu neu erstellt und die Umsetzung stichprobenartig prüft.
Passend dazu
Die laufende Pflege Ihrer Seite übernehmen wir im Paket Sichtbar. Passend dazu: Website-Relaunch, ohne die Rankings zu verlieren, Die 404-Seite: aus dem Fehler einen Weg machen und Google Search Console einrichten und lesen.


