02.09.2026
Websites
Die 404-Seite: aus dem Fehler einen Weg machen
Was auf eine Fehlerseite gehört, damit Besucher nicht abspringen, und warum Weiterleitungen auf die Startseite schaden. Mit Prüfliste für den eigenen Betrieb.

Jemand sucht Ihren Betrieb, klickt auf ein Ergebnis bei Google, und es erscheint ein weißer Bildschirm mit der Zeile „Not Found". Kein Menü, kein Logo, keine Telefonnummer. Für den Besucher sieht das aus, als gäbe es Sie nicht mehr. In den meisten Fällen ist der Grund harmlos: Eine Unterseite wurde umbenannt, ein Flyer trägt eine alte Adresse, jemand hat sich vertippt.
Fehlende Seiten lassen sich nicht vermeiden. Alte Links im Netz verschwinden nicht, wenn Sie Ihre Website umbauen, und Sie haben keinen Einfluss darauf, was andere verlinken. Was Sie beeinflussen können, ist der Moment danach: ob der Besucher weggeht oder weiterklickt.
Dieser Artikel zeigt, was auf eine Fehlerseite gehört, warum der unsichtbare Statuscode wichtiger ist als das Aussehen, und warum die beliebteste Notlösung, alles pauschal auf die Startseite umzuleiten, mehr kaputt macht als sie repariert.
Stand: September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Eine 404-Seite ist die Seite, die erscheint, wenn eine angeforderte Adresse auf Ihrer Website nicht existiert.
Sie muss zwei Dinge liefern: den Statuscode 404 für Suchmaschinen und einen Weg zurück für den Besucher.
Auf die Fehlerseite gehören Menü, Suche, Kontaktmöglichkeit und Verweise auf Ihre wichtigsten Seiten, nicht nur eine Entschuldigung.
Pauschale Weiterleitungen auf die Startseite verwirren Besucher und werden von Google als weiche Fehlerseite gewertet.
Welche Adressen tatsächlich ins Leere laufen, sehen Sie kostenlos in der Google Search Console unter „Seiten".
Der Aufwand ist klein: Eine brauchbare Fehlerseite ist in ein bis zwei Stunden eingerichtet und danach jahrelang erledigt.
Was eine 404-Seite überhaupt ist
Jede Adresse Ihrer Website ist eine Datei oder ein Eintrag im System. Ruft ein Browser eine Adresse ab, die es nicht gibt, antwortet der Server mit einer Nummer: 404, „nicht gefunden". Was der Besucher dabei zu sehen bekommt, ist die 404-Seite. Bei den meisten Systemen ist von Haus aus eine sehr schlichte Version eingebaut, oft ohne Ihr Logo und ohne Menü.
Diese Standardseite ist der Punkt, an dem Besuche enden. Sie sieht kaputt aus, sie bietet keinen nächsten Schritt, und sie verrät nicht einmal, dass die restliche Website funktioniert. Dabei ist der Besucher genau in dem Moment noch da und noch interessiert.
Ein alter Link aus einem Branchenverzeichnis zeigt auf eine Seite, die es seit dem Relaunch nicht mehr gibt.
Eine Leistung wurde umbenannt, aus „/fensterbau" wurde „/fenster-und-tueren".
Auf einem gedruckten Flyer steht eine Aktionsadresse, die längst abgelaufen ist.
Jemand tippt die Adresse von Hand ab und vergisst einen Buchstaben.
Der Statuscode ist wichtiger als das Aussehen
Neben dem, was der Besucher sieht, sendet der Server eine Nummer mit, die nur Programme lesen. Suchmaschinen entscheiden anhand dieser Nummer, ob eine Adresse aus dem Index verschwindet oder darin bleibt. Das ist der Punkt, an dem selbstgebaute Fehlerseiten oft scheitern: Sie sehen gut aus, melden dem Server aber „alles in Ordnung", Code 200.
Google nennt diesen Fall eine weiche Fehlerseite, im Bericht der Search Console steht „Soft 404". Die Folge: Die gelöschte Adresse bleibt monatelang im Index, taucht in Ergebnissen auf und führt Besucher auf eine Seite ohne Inhalt.
Code | Bedeutung | Wann er richtig ist |
200 | Alles in Ordnung, hier ist Inhalt | Für jede echte Seite |
301 | Dauerhaft umgezogen | Inhalt liegt jetzt unter einer anderen Adresse |
302 | Vorübergehend woanders | Kurzfristige Umleitung, etwa während eines Umbaus |
404 | Nicht gefunden | Die Seite gibt es nicht und wird es nicht geben |
410 | Entfernt | Inhalt wurde bewusst gelöscht, deutlicheres Signal als 404 |
Praxistipp: Prüfen Sie den Code, ohne Werkzeuge zu installieren: Rufen Sie eine erfundene Adresse Ihrer Domain auf, etwa ihre-domain.de/gibtesnicht, und lassen Sie die Adresse anschließend in der Search Console über die URL-Prüfung ansehen. Steht dort „URL ist nicht auf Google" mit dem Hinweis auf 404, stimmt es. Steht dort ein Soft-404-Hinweis, meldet Ihr System den falschen Code.

Was auf die Fehlerseite gehört
Eine gute Fehlerseite verhält sich wie ein freundlicher Mitarbeiter: Sie sagt kurz, was los ist, und bietet dann drei bis vier sinnvolle nächste Schritte an. Sie ist keine Sackgasse und kein Ort für Witze, die niemand versteht.
Ihr normales Menü und Ihr Logo, damit klar ist, dass die Website lebt.
Ein Satz in klarer Sprache: „Diese Seite gibt es nicht mehr." Kein Fachbegriff, keine Fehlernummer als Überschrift.
Verweise auf Ihre drei bis fünf wichtigsten Seiten: Leistungen, Kontakt, Über uns, Termine.
Ein Suchfeld, wenn Ihre Website eines hat.
Telefonnummer und E-Mail-Adresse direkt anklickbar, für alle, die nicht suchen wollen.
Was nicht hineingehört: automatische Weiterleitungen nach wenigen Sekunden. Der Besucher liest gerade und wird ohne Zutun woanders hingeschoben. Wer zurückwill, landet wieder auf der Fehlerseite und wird erneut weitergeschoben. Diese Falle kostet mehr Besuche als die Fehlerseite selbst.
Warum Weiterleitungen auf die Startseite schaden
Die verbreitetste Notlösung lautet: Alles, was nicht gefunden wird, geht auf die Startseite. Das klingt aufgeräumt und ist aus zwei Gründen schlecht.
Erstens für den Besucher: Er hat auf „Terminvergabe" geklickt und steht plötzlich auf der Startseite, ohne Erklärung. Die meisten Menschen denken dann, sie hätten sich verklickt, und versuchen es nicht ein zweites Mal. Zweitens für die Suche: Google erkennt, dass unter der alten Adresse kein passender Inhalt liegt, und wertet die Umleitung als weiche Fehlerseite. Gewonnen ist damit nichts, die alte Adresse verschwindet nur langsamer aus dem Index.
Praxistipp: Weiterleiten lohnt sich nur dort, wo ein Nachfolger existiert. Eine Regel als Faustformel: Kann ein Mensch in einem Satz sagen, welche neue Seite die alte ersetzt, dann leiten Sie gezielt dorthin weiter. Fällt die Antwort schwer, ist 404 die ehrlichere Auskunft.
Wann weiterleiten, wann 404 stehen lassen
Die Entscheidung ist einfacher, als sie wirkt. Es geht immer um die Frage, ob der Besucher an anderer Stelle bekommt, was er suchte.
Fall | Richtige Antwort |
Seite wurde umbenannt, Inhalt gleich geblieben | 301 auf die neue Adresse |
Zwei Leistungsseiten wurden zu einer zusammengelegt | 301 auf die neue Sammelseite |
Aktion ist abgelaufen, kein Nachfolger vorhanden | 404 mit Verweisen auf aktuelle Leistungen |
Stellenanzeige besetzt | 404 oder Verweis auf die Karriereseite |
Tippfehler in der Adresse | 404, die Fehlerseite fängt es auf |
Seite versehentlich gelöscht | Seite wiederherstellen, nicht weiterleiten |

So finden Sie heraus, welche Seiten ins Leere laufen
Sie müssen nicht raten. Die Google Search Console ist kostenlos und zeigt unter „Seiten" alle Adressen, die beim Abruf einen Fehler geliefert haben, samt der Frage, woher Google sie kennt. Nach einem Relaunch ist diese Liste die wichtigste Arbeitsgrundlage der ersten Wochen.
Nicht jeder Eintrag dort ist ein Problem. Adressen, die nie existiert haben, dürfen ruhig 404 bleiben. Interessant sind zwei Sorten: Adressen, die früher Besucher gebracht haben, und Adressen, die von außen verlinkt sind.
Search Console, Bericht „Seiten": alle nicht gefundenen Adressen der letzten Monate.
Search Console, Bericht „Links": von außen verlinkte Adressen, die nicht mehr existieren.
Ihre eigene Website: ein Klick durch das Menü und den Fußbereich findet tote interne Verweise schnell.
Alte Flyer, Fahrzeugbeschriftung, Visitenkarten: gedruckte Adressen leben länger als Ihre Seitenstruktur.
Praxistipp: Sehen Sie die Liste einmal im Quartal durch, nach einem Relaunch besser einmal pro Woche. Rechnen Sie damit, dass Google eine entfernte Seite erst nach mehreren Wochen aus dem Index nimmt, auch wenn alles korrekt eingerichtet ist.
Was Ihr System dabei mitbringt
Wie Sie die Fehlerseite bearbeiten, hängt vom System ab. In WordPress liefert das Theme eine Vorlage, die sich anpassen oder über ein Plugin ersetzen lässt. Baukastensysteme bieten die Fehlerseite meist als eigene Seite im Menü der Einstellungen an. In Framer, dem System, mit dem wir arbeiten, ist es eine ganz normale Seite mit dem Pfad 404, die Sie wie jede andere gestalten.
Wichtig ist in allen Fällen dasselbe: Die Seite muss den Code 404 senden, und sie muss so aussehen wie der Rest Ihrer Website. Eine Fehlerseite in fremdem Design wirkt wie ein Fremdkörper und verstärkt den Eindruck, hier sei etwas kaputt.
Der halbe Tag, der sich lohnt
Für einen kleinen Betrieb ist das Thema in ein bis zwei Stunden erledigt: Fehlerseite gestalten, Statuscode prüfen, die Liste aus der Search Console durchgehen, für die Handvoll wichtiger alter Adressen gezielte Weiterleitungen anlegen. Danach fällt nur noch die Kontrolle einmal im Quartal an.
Der Nutzen ist nicht spektakulär, aber dauerhaft. Jeder Besucher, der auf einer Fehlerseite steht, hat bereits den Weg zu Ihnen gefunden. Ihn an dieser Stelle zu verlieren, ist der teuerste Verlust überhaupt, weil die Arbeit bis dorthin schon getan war.
Wichtige Erkenntnisse
Punkt | Was zu tun ist |
Statuscode | Prüfen, dass eine erfundene Adresse wirklich 404 meldet und nicht 200 |
Inhalt der Seite | Menü, klarer Satz, drei bis fünf wichtige Verweise, Telefonnummer |
Startseiten-Umleitung | Abschalten, gezielte Weiterleitungen nur mit echtem Nachfolger |
Automatische Umleitung | Nach wenigen Sekunden weiterschicken: entfernen |
Search Console | Bericht „Seiten" einmal im Quartal durchsehen, nach Relaunch wöchentlich |
Gedruckte Adressen | Aktionslinks von Flyern und Fahrzeugen dauerhaft am Leben halten |
Was das in der Praxis heißt
Eine gute Fehlerseite bringt keine neuen Besucher. Sie verhindert, dass vorhandene verloren gehen, und das lässt sich schlecht in einer Zahl zeigen. Wer messen will, ob sich der Aufwand gelohnt hat, findet in den Zugriffszahlen bestenfalls einen kleinen Rückgang der Abbrüche. Das ist kein Grund, es zu lassen, aber ein Grund, keine großen Erwartungen zu haben.
Nicht beeinflussen können Sie zwei Dinge. Erstens, wann Google eine gelöschte Adresse aus dem Index nimmt: Das dauert Wochen bis Monate und lässt sich nicht beschleunigen. Zweitens, welche fremden Seiten auf Adressen verlinken, die es bei Ihnen nicht mehr gibt. Sie können bei wichtigen Verweisen freundlich um Korrektur bitten, mehr nicht. Was in Ihrer Hand liegt, ist der Empfang: dass jemand, der über einen alten Link kommt, sofort sieht, dass es Sie gibt, was Sie tun und wie er Sie erreicht.
Wenn Sie es nicht selbst machen wollen
Fehlerseite, Weiterleitungen und die Kontrolle in der Search Console gehören bei uns zur laufenden Betreuung. Im Paket Sichtbar für 150 Euro im Monat netto kümmern wir uns um solche Dinge, bevor sie jemandem auffallen, und melden im Monatsbericht, was wir gefunden haben.
Wenn Sie nur wissen wollen, ob bei Ihnen etwas ins Leere läuft: Wir sehen uns das in einem Erstgespräch von fünfzehn Minuten gemeinsam an. Ohne Verkaufsgespräch, und mit einer klaren Antwort, ob Handlungsbedarf besteht oder nicht.
Nützliche Quellen
Häufige Fragen
Was bedeutet die Zahl 404 eigentlich?
404 ist die Antwort eines Servers auf die Anfrage nach einer Adresse, die es nicht gibt. Die Nummer stammt aus der technischen Sprache des Internets und hat keine tiefere Bedeutung. Für den Besucher heißt sie schlicht: Diese Seite existiert nicht.
Schadet eine 404-Seite meinem Ranking?
Eine einzelne fehlende Seite schadet nicht. Fehler dieser Art gehören zum normalen Betrieb einer Website, und Google rechnet damit. Problematisch wird es, wenn wichtige Seiten verschwinden oder wenn nach einem Relaunch Hunderte alte Adressen ins Leere laufen.
Soll ich alle alten Adressen auf die Startseite umleiten?
Nein. Der Besucher versteht nicht, warum er dort landet, und Google wertet solche Umleitungen als weiche Fehlerseite. Leiten Sie nur dorthin weiter, wo tatsächlich ein Nachfolger für den alten Inhalt liegt.
Wie finde ich heraus, welche Seiten fehlen?
In der Google Search Console unter „Seiten" stehen alle Adressen, bei denen der Abruf fehlgeschlagen ist. Der Zugang ist kostenlos, die Einrichtung dauert etwa zwanzig Minuten. Nach einem Relaunch ist dieser Bericht die erste Anlaufstelle.
Wie lange bleibt eine gelöschte Seite bei Google sichtbar?
In der Regel mehrere Wochen, manchmal Monate. Google muss die Adresse erneut abrufen, den Fehler sehen und die Seite dann aus dem Index nehmen. Beschleunigen lässt sich das kaum, der Code 410 kann das Signal etwas deutlicher machen.
Brauche ich für die Fehlerseite ein eigenes Design?
Nein, im Gegenteil. Die Fehlerseite soll aussehen wie der Rest Ihrer Website, mit Menü, Logo und den gewohnten Farben. Ein eigenes Design verstärkt den Eindruck, hier sei etwas kaputt.
Ist ein Witz auf der Fehlerseite eine gute Idee?
Bei den meisten Betrieben eher nicht. Wer eine Notdienst-Nummer sucht oder einen Termin buchen will, findet Humor an dieser Stelle nicht hilfreich. Ein freundlicher, klarer Satz und gute Verweise wirken besser als eine Pointe.
Was ist der Unterschied zwischen 404 und 410?
404 sagt: nicht gefunden, ohne Angabe warum. 410 sagt: bewusst entfernt und kommt nicht wieder. Für Suchmaschinen ist 410 das deutlichere Signal, in der Praxis reicht bei kleinen Websites fast immer 404.
Muss ich nach jedem Textwechsel etwas umleiten?
Nur wenn sich die Adresse ändert. Solange Sie den Text auf einer bestehenden Seite austauschen, bleibt alles beim Alten. Sobald Sie eine Seite umbenennen oder löschen, sollten Sie über eine Weiterleitung nachdenken.
Wie oft sollte ich das kontrollieren?
Einmal im Quartal genügt für einen kleinen Betrieb. In den ersten vier bis sechs Wochen nach einem Relaunch oder Umzug lohnt sich ein wöchentlicher Blick, weil dann die meisten alten Adressen auflaufen.
Passend dazu
Die laufende Pflege Ihrer Website übernehmen wir im Paket Sichtbar. Passend dazu: Website-Relaunch, ohne die Rankings zu verlieren, Google Search Console einrichten und lesen und Interne Verlinkung: der unterschätzte Hebel.


