13.07.2026
Websites
Website-Relaunch, ohne die Rankings zu verlieren
Die neue Seite ist schöner, die Anfragen bleiben aus. Meist fehlen die Weiterleitungen. Was vor dem Umbau festgehalten gehört.

Der Klassiker: Die neue Seite ist schöner, schneller, moderner, und 3 Wochen später sind die Anfragen eingebrochen. Nicht wegen der Gestaltung, sondern weil beim Umzug die Adressen verloren gingen.
Ein Relaunch ist ein Umzug, kein Neuanfang. Wer das ernst nimmt, nimmt die Sichtbarkeit mit.
Stand: Juli 2026
Das Wichtigste in Kürze
Fehlende Weiterleitungen sind der häufigste und teuerste Fehler.
Eine Sammelweiterleitung auf die Startseite wirft die Sichtbarkeit weg.
Vor dem Umbau gehört eine Liste aller Adressen angelegt.
Beim Aufräumen verschwinden oft die Wörter, über die gefunden wurde.
Nach dem Start gehört 4 Wochen lang hingesehen.
Warum Weiterleitungen entscheidend sind
Jede alte Adresse, die es nicht mehr gibt, muss dauerhaft auf die passende neue zeigen. Passend heißt: auf die Seite mit demselben Thema, nicht pauschal auf die Startseite.
Eine Sammelweiterleitung wirft genau das weg, was über Jahre aufgebaut wurde, weil Google sie behandelt, als wäre der Inhalt gelöscht. Der Effekt zeigt sich nicht sofort, sondern über Wochen.
Praxistipp: Prüfen Sie nach dem Umzug stichprobenartig zwanzig alte Adressen von Hand. Wenn eine davon auf der Startseite landet statt beim passenden Inhalt, stimmt die Zuordnung nicht.

Die Bestandsaufnahme vorher
Vor dem Umbau gehört eine Liste aller bestehenden Adressen angelegt, am besten zusammen mit der Frage, welche davon überhaupt Besucher bringen. Quellen dafür:
Die aktuelle Sitemap
Die Search Console, Bericht zu den Seiten
Ein Crawler, der die Seite einmal durchläuft
Die Serverprotokolle, falls verfügbar
Erst mit dieser Liste entscheidet sich, was übernommen, zusammengelegt oder weggelassen wird. Wer sie nicht hat, merkt den Verlust erst, wenn er da ist, und kann ihn nicht mehr zuordnen.
Der Zuordnungsplan
Für jede alte Adresse gibt es genau drei Möglichkeiten:
Was es nicht gibt: alte Adressen ohne Ziel. Jede bekommt eine Zuordnung, auch wenn sie nur auf die Übersichtsseite des Bereichs führt.
Fall | Vorgehen |
Inhalt bleibt | Weiterleitung auf die neue Adresse desselben Inhalts |
Inhalt geht in einer anderen Seite auf | Weiterleitung auf diese Seite |
Inhalt entfällt ersatzlos | Weiterleitung auf die thematisch nächste Seite |
Texte nicht ersatzlos kürzen
Beim Relaunch wird gern aufgeräumt, und mit den langen Texten verschwinden die Wörter, über die Leute die Seite gefunden haben. Weniger Text sieht aufgeräumter aus und kostet Sichtbarkeit.
Wenn gekürzt wird, dann in der Form, nicht in der Substanz. Ein Text lässt sich gliedern, mit Zwischenüberschriften versehen und einklappen, ohne dass er verschwindet.
Die ersten Wochen nach dem Start
In den ersten Wochen schwanken die Positionen fast immer, das ist normal. Was nicht normal ist:
Fehlerseiten in der Search Console, die vorher nicht da waren
Ein deutlicher Rückgang der indexierten Seiten
Eine Sperre für Suchmaschinen, die aus der Bauphase stammt
Fehlende Canonical-Angaben oder falsche Verweise
Interne Links, die noch auf alte Adressen zeigen
Der vierte und fünfte Punkt kommen häufiger vor, als man denkt, und beide sind schnell behoben, wenn jemand hinsieht.
Praxistipp: Reichen Sie direkt nach dem Start die neue Sitemap in der Search Console ein. Das beschleunigt die Neuaufnahme spürbar.

Wann sich ein Relaunch überhaupt lohnt
Wenn Struktur und Texte nicht mehr zu den Suchen der Kunden passen, wenn die Seite auf dem Handy nicht funktioniert oder wenn niemand mehr Änderungen vornehmen kann.
Nicht dagegen, weil die Seite alt aussieht. Eine gestalterische Auffrischung kostet einen Bruchteil und trägt kein Risiko für die Sichtbarkeit.
Wichtige Erkenntnisse
Punkt | Was zu tun ist |
Wichtigstes | Jede alte Adresse einzeln zuordnen |
Vorher | Liste aller Adressen mit Besucherzahlen anlegen |
Texte | In der Form kürzen, nicht in der Substanz |
Danach | 4 Wochen lang Search Console beobachten |
Anlass | Struktur und Inhalte, nicht das Aussehen |
Was das in der Praxis heißt
Planen Sie für die Weiterleitungen einen eigenen Arbeitsschritt ein, nicht einen Halbsatz im Angebot. Bei einer Seite mit fünfzig Adressen ist das ein halber Tag, und er entscheidet über den Erfolg des ganzen Projekts.
Verlangen Sie vom Dienstleister die Weiterleitungsliste zur Durchsicht. Wenn es keine gibt, ist das ein Warnzeichen.
Wie wir das machen
Bei uns gehört der Umzug zum Bau: Adressliste vorher, Zuordnung einzeln, Prüfung nach dem Start. Wie wir das bei uns selbst gemacht haben, steht in der Fallstudie zur eigenen Website.
Gebaut wird im Paket Rheinseiten.
Nützliche Quellen
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis sich alles einpendelt?
Meist 4 bis 8 Wochen. Bei großen Seiten kann es länger dauern. In den ersten zwei Wochen schwanken die Platzierungen am stärksten, weil Google die neuen Adressen erst neu bewerten muss. Wer in dieser Zeit hektisch nachbessert, verlängert die Phase eher, als sie abzukürzen.
Muss ich alte Adressen ewig weiterleiten?
Mindestens ein Jahr, besser dauerhaft. Weiterleitungen kosten nichts und laufen im Hintergrund. Solange irgendwo im Netz noch ein alter Link steht, sei es in einem Verzeichnis, einer alten E-Mail oder auf einer fremden Seite, führt die Weiterleitung Besucher weiter zum Ziel.
Was, wenn die alte Seite schon offline ist?
Dann helfen Archivdienste und die Search Console, um die Adressen zu rekonstruieren. Die Wayback Machine zeigt den alten Seitenbaum, die Search Console listet unter den Suchanfragen die Adressen, die Klicks bekamen. Aus beidem lässt sich eine Weiterleitungsliste bauen, auch Monate später.
Kann ich Design und Struktur getrennt angehen?
Ja, und oft ist das der klügere Weg: erst die Struktur, später die Optik. Wer beides gleichzeitig ändert, weiß bei einem Einbruch nicht, woran es lag. Nacheinander bleibt jede Änderung überprüfbar, und die Struktur ist ohnehin der Teil, der auf die Sichtbarkeit wirkt.
Passend dazu
Passend dazu: Search Console einrichten und Website-Struktur planen.
Wenn Sie das abgeben möchten: SEO.


