11.07.2026
Branchen
SEO für die Arztpraxis: wonach Patienten wirklich suchen
Patienten suchen Beschwerden, keine Fachbegriffe. Warum die meisten Praxisseiten für Kollegen geschrieben sind und was das kostet.

Die meisten Praxisseiten sind für Kollegen geschrieben, nicht für Patienten. Sie führen Fachbegriffe auf, nennen Geräte beim Herstellernamen und erklären Verfahren in der Sprache der Fortbildung.
Gesucht wird anders: nach dem, was weh tut, nach der Sorge davor und nach dem Ort.
Stand: Juli 2026
Das Wichtigste in Kürze
Gesucht wird nach Beschwerden, nicht nach Verfahren.
Eine Sammelseite „Leistungen” rankt für keine der aufgeführten Behandlungen.
Die fehlende Antwort auf die Kostenfrage ist der häufigste Absprunggrund.
Für Praxen zählt das Google-Profil oft mehr als die Website.
Das Heilmittelwerbegesetz setzt engere Grenzen als in anderen Branchen.
Die Sprachlücke
Kaum jemand tippt den Fachbegriff ein, den die Praxis benutzt. Die Lösung ist nicht, das Fachwort zu streichen, sondern beides zu verbinden: die Beschwerde in der Überschrift, den Fachbegriff im Text.
Gesucht wird nach | Auf der Seite steht meist |
Zahn tut weh beim Kauen | Endodontie |
Zahn fehlt, was tun | Implantologie |
Rücken tut weh beim Sitzen | Manuelle Medizin |
Angst vorm Zahnarzt | Behandlung in Sedierung |
Muttermal kontrollieren lassen | Dermatoskopie |

Eine Seite je Behandlung
Eine einzelne Seite, die zwölf Behandlungen in Stichpunkten auflistet, rankt für keine davon. Jede wichtige Behandlung braucht eine eigene Seite, die eine Frage vollständig beantwortet:
Was passiert dabei, Schritt für Schritt
Wie lange dauert es
Tut es weh und was wird dagegen getan
Was kostet es, zahlt die Kasse
Was ist danach zu beachten
Für die meisten Praxen reichen fünf bis acht solcher Seiten für die Behandlungen, die den Umsatz tragen.
Praxistipp: Schreiben Sie den Ablauf so auf, wie Sie ihn am Stuhl erklären. Genau dieser Text nimmt Angst und beantwortet die Fragen, die sonst die Anmeldung beantwortet.
Die Kostenfrage
Bei Selbstzahlerleistungen ist die fehlende Kostenangabe der häufigste Grund, warum jemand die Seite wieder verlässt. Eine Spanne oder der Hinweis, wovon es abhängt, genügt.
Wer nichts findet, sucht weiter, und zwar bei der Praxis, die es erklärt.
Das Google-Profil zählt doppelt
Öffnungszeiten, Telefonnummer, Bewertungen und die Frage, ob neue Patienten aufgenommen werden, entscheiden sich oft direkt in der Suche, ohne dass die Website geöffnet wird.
Ein gepflegtes Profil ist für eine Praxis deshalb selten weniger wert als die Seite selbst. Beides muss dieselben Angaben tragen.
Was das Heilmittelwerbegesetz verbietet
Im Heilwesen gelten engere Regeln. Heikel sind:
Erfolgsversprechen jeder Art, auch indirekt formuliert
Vorher-Nachher-Bilder bei operativen und ästhetischen Eingriffen
Aussagen wie „schmerzfrei” oder „garantiert”
Empfehlungen Dritter in bestimmten Zusammenhängen
Werbung, die Angst erzeugt
Sachliche Information über Ablauf, Ausstattung und Schwerpunkte ist dagegen zulässig und wirkt in der Praxis ohnehin stärker als jedes Versprechen.

Der lokale Teil
Praxen werden fast immer mit Ort gesucht. Wer in einer größeren Stadt sitzt, sollte den Stadtteil nennen, weil danach gesucht wird.
Für Praxen mit Einzugsgebiet über mehrere Orte lohnt sich je Ort eine eigene Seite, sofern es dort tatsächlich Patienten gibt.
Wichtige Erkenntnisse
Punkt | Was zu tun ist |
Sprache | Beschwerde in die Überschrift, Fachbegriff in den Text |
Struktur | Eine Seite je Behandlung statt einer Liste |
Kosten | Spanne nennen, sonst springen Selbstzahler ab |
Profil | Google-Profil pflegen, Aufnahmestatus aktuell halten |
Recht | Heilmittelwerbegesetz beachten |
Was das in der Praxis heißt
Die wirksamste Änderung an einer Praxisseite ist meist keine neue Gestaltung, sondern eine andere Sprache. Wer so schreibt, wie am Stuhl gesprochen wird, nimmt Angst und entlastet die Anmeldung.
Der zweite Hebel ist das Google-Profil. Beides zusammen wirkt schneller als jeder Relaunch.
Zeitlich heißt das: Ein gepflegtes Google-Profil wirkt meist nach 2 bis 4 Wochen, eine neue Unterseite zu einem klar umrissenen Thema nach 3 bis 6 Monaten. Die laufende Arbeit daran steckt bei uns in Sichtbar+ als betreutes Paket, Preis nach dem Erstgespräch.
Wie wir das machen
Ein Beispiel steht in der Fallstudie zur Zahnmedizin in Monheim. Für Praxen im Rheinland gibt es eine eigene Seite: Webdesign für Arztpraxen.
Die Pflege des Profils übernehmen wir in Sichtbar.
Nützliche Quellen
Häufige Fragen
Brauchen wir einen Praxisblog?
Nur wenn er durchgehalten wird. Fünf gute Behandlungsseiten wirken mehr als zwanzig halbherzige Beiträge. Eine Behandlungsseite beantwortet dauerhaft dieselbe Frage und bringt jahrelang Patienten. Ein Blogbeitrag über das Praxisjubiläum wird einmal gelesen und danach nie wieder.
Dürfen wir mit Bewertungen werben?
Bewertungen auf Portalen sind zulässig. Bei der Einbindung auf der eigenen Seite ist wegen des Heilmittelwerbegesetzes Vorsicht geboten.
Wie wichtig ist Online-Terminvergabe?
Sie entlastet die Anmeldung deutlich, besonders bei Kontrollterminen. Ein großer Teil der Terminwünsche entsteht außerhalb der Sprechzeiten, also abends und am Wochenende. Wer dann nur eine Telefonnummer anbietet, verschiebt die Arbeit auf Montagmorgen und verliert die Ungeduldigen an die nächste Praxis.
Was, wenn wir keine neuen Patienten aufnehmen?
Dann sollte das sichtbar auf der Seite und im Profil stehen. Es spart allen Beteiligten Zeit.
Passend dazu
Passend dazu: Website für Zahnarztpraxen und Webdesign für Arztpraxen.


