
Zahnarztpraxen haben ein besonderes Problem: Ihre wichtigste Zielgruppe hat Angst. Wer nach einer Praxis sucht, sucht selten nach der besten Technik, sondern nach dem Gefühl, dort gut aufgehoben zu sein.
Trotzdem beginnen die meisten Praxisseiten mit dem Behandlungsspektrum und den Geräten. Das beantwortet keine einzige der Fragen, die vor dem ersten Anruf im Kopf sind.
Das Wichtigste in Kürze
Patienten suchen nach Beschwerden, nicht nach Fachbegriffen.
Die Kostenfrage auszusparen ist der häufigste Absprunggrund.
Für Praxen zählt das Google-Profil oft mehr als die Website.
Ob neue Patienten aufgenommen werden, gehört sichtbar auf die Startseite.
Das Heilmittelwerbegesetz setzt enge Grenzen für Versprechen und Bilder.
Wonach Patienten wirklich suchen
Kaum jemand tippt den Fachbegriff ein. Gesucht wird nach dem, was weh tut, nach der Sorge davor und nach dem Ort. Eine Seite, die nur den Fachbegriff trägt, wird für die eigentliche Suche nicht gefunden.
Die Lösung ist nicht, auf Fachbegriffe zu verzichten, sondern beides zu verbinden: die Beschwerde in der Überschrift, den Fachbegriff im Text.
Gesucht wird nach | Auf der Seite steht meist |
Zahn tut weh beim Kauen | Endodontie |
Zahn fehlt, was tun | Implantologie |
Zähne knirschen nachts | Funktionsdiagnostik |
Angst vorm Zahnarzt | Behandlung in Sedierung |
Eine Seite je Behandlung
Eine Sammelseite mit zwölf Behandlungen rankt für keine davon. Jede wichtige Behandlung braucht eine eigene Seite, die eine Frage vollständig beantwortet: was passiert, wie lange dauert es, tut es weh, was kostet es, zahlt die Kasse.
Für die meisten Praxen reichen fünf bis acht solcher Seiten für die Behandlungen, die den Umsatz tragen.
Praxistipp: Schreiben Sie den Ablauf einer Behandlung Schritt für Schritt auf, so wie Sie ihn am Stuhl erklären würden. Genau dieser Text nimmt Angst und beantwortet die Fragen, die sonst am Telefon landen.
Die Kostenfrage
Bei Selbstzahlerleistungen ist die fehlende Kostenangabe der häufigste Grund, warum jemand die Seite wieder verlässt. Eine Spanne oder der Hinweis, wovon es abhängt, genügt und ist nach der Gebührenordnung auch zulässig.
Wer nichts findet, sucht weiter, und zwar bei der Praxis, die es erklärt.
Was das Heilmittelwerbegesetz verbietet
Im Heilwesen gelten engere Regeln als in anderen Branchen. Heikel sind vor allem:
Erfolgsversprechen jeder Art, auch indirekt formuliert
Vorher-Nachher-Bilder bei operativen und ästhetischen Eingriffen
Aussagen wie „schmerzfrei" oder „garantiert"
Dankesschreiben und Empfehlungen von Patienten in bestimmten Zusammenhängen
Werbung mit Angst, etwa Bilder schwerer Krankheitsverläufe
Sachliche Information über Ablauf, Ausstattung und Schwerpunkte ist dagegen zulässig und in der Praxis auch wirksamer als jedes Versprechen.
Warum das Google-Profil doppelt zählt
Öffnungszeiten, Telefonnummer, Bewertungen und die Frage nach freien Kapazitäten entscheiden sich oft direkt in der Suche, ohne dass die Website geöffnet wird.
Für eine Praxis ist ein gepflegtes Profil deshalb selten weniger wert als die Seite selbst. Beides muss dieselben Angaben tragen, sonst verliert die Suche das Vertrauen in beide.
Praxistipp: Tragen Sie im Profil ein, ob Sie neue Patienten aufnehmen, und halten Sie es aktuell. Das ist die meistgestellte Frage am Telefon und kostet online eine Minute.
Termine online
Eine Online-Terminvergabe entlastet die Anmeldung spürbar, besonders bei Kontrollterminen und Prophylaxe. Wichtig ist, dass sie auf dem Handy funktioniert und nicht mehr als drei Schritte braucht.
Wo keine Online-Vergabe möglich ist, hilft eine klare Aussage: wann telefonisch am besten erreichbar, wie lange die Wartezeit auf einen Termin ungefähr ist.
Wichtige Erkenntnisse
Punkt | Was zu tun ist |
Sprache | Beschwerde in die Überschrift, Fachbegriff in den Text |
Struktur | Eine Seite je Behandlung statt einer Sammelliste |
Kosten | Spanne nennen, sonst springen Selbstzahler ab |
Recht | Heilmittelwerbegesetz beachten, keine Erfolgsversprechen |
Profil | Google-Profil pflegen, Aufnahmestatus aktuell halten |
Was das in der Praxis heißt
Die wirksamste Änderung an einer Praxisseite ist meist keine neue Gestaltung, sondern eine andere Sprache. Wer die Texte so schreibt, wie am Stuhl gesprochen wird, nimmt Angst und beantwortet die Fragen, die sonst die Anmeldung beantworten muss.
Der zweite Hebel ist das Google-Profil. Beides zusammen wirkt schneller als jeder Relaunch.
Wie wir das machen
Ein Beispiel steht in der Fallstudie zur Zahnmedizin in Monheim. Für Praxen im Rheinland gibt es eine eigene Seite: Webdesign für Arztpraxen.
Die laufende Pflege des Google-Profils übernehmen wir im Paket Sichtbar.
Nützliche Quellen
Häufige Fragen
Dürfen wir mit Bewertungen werben?
Bewertungen auf Portalen sind zulässig. Bei der Einbindung auf der eigenen Seite ist Vorsicht geboten, weil das Heilmittelwerbegesetz Empfehlungen Dritter einschränkt.
Brauchen wir eine Online-Terminvergabe?
Sie entlastet die Anmeldung deutlich. Wenn sie nicht möglich ist, hilft eine klare Aussage zur telefonischen Erreichbarkeit.
Wie oft muss die Seite aktualisiert werden?
Sprechzeiten und Urlaub sofort, Team bei Wechseln, Inhalte einmal im Quartal. Veraltete Teamfotos sind der häufigste Mangel.
Lohnt sich ein Praxisblog?
Nur wenn er durchgehalten wird. Fünf gute Behandlungsseiten wirken mehr als zwanzig halbherzige Beiträge.
Passend dazu
Mehr dazu in SEO für die Arztpraxis und auf der Seite Webdesign für Arztpraxen.


