
Eine Landingpage ist keine schönere Unterseite. Sie ist eine Seite mit genau einem Ziel, auf der alles entfernt wurde, was von diesem Ziel ablenkt. Deshalb funktioniert sie, und deshalb funktioniert sie nicht, wenn man sie wie eine normale Seite baut.
Der Aufbau ist erstaunlich stabil über Branchen hinweg. Neun Bausteine in einer bestimmten Reihenfolge.
Das Wichtigste in Kürze
Ein Ziel pro Seite. Zwei Ziele bedeuten null Ziele.
Die Reihenfolge folgt den Einwänden, nicht dem Angebot.
Belege gehören direkt neben die Behauptung, nicht ans Ende.
Die Handlungsaufforderung erscheint mehrfach, nicht nur ganz unten.
Alles, was ablenkt, wird entfernt, auch das Hauptmenü.
Baustein 1 bis 3: der Einstieg
Die ersten drei Elemente entscheiden, ob weitergelesen wird:
Überschrift: Was der Besucher bekommt, in einem Satz, ohne Fachbegriffe.
Unterzeile: Für wen und unter welchen Bedingungen.
Erste Handlungsaufforderung: direkt sichtbar, nicht erst nach dem Scrollen.
Diese drei müssen auf dem Handy in die erste Bildschirmhöhe passen. Was darunter liegt, sieht ein erheblicher Teil der Besucher nie.
Baustein 4 und 5: Problem und Lösung
Danach kommt der Teil, der die meisten Seiten unterscheidet. Zuerst das Problem, in den Worten des Kunden: Was kostet ihn der Zustand von heute? Erst danach die Lösung.
Diese Reihenfolge ist wichtig. Wer mit der Lösung beginnt, spricht zu Leuten, die das Problem noch nicht benannt haben.
Praxistipp: Formulieren Sie das Problem so konkret, dass ein Betroffener denkt: Das ist genau meine Lage. Allgemeine Problembeschreibungen wirken nicht.
Baustein 6: Belege
Jede Behauptung braucht einen Beleg, und er gehört direkt daneben, nicht ans Seitenende. Als Belege funktionieren:
Zahlen, die nachprüfbar sind
Kundenstimmen mit Namen und Ort
Vorher-Nachher, wo es zulässig ist
Bewertungen mit Quelle
Logos von Auftraggebern, wenn erlaubt
Baustein 7: Einwände ausräumen
Jeder Interessent hat drei bis fünf Einwände. Wer sie nicht anspricht, überlässt sie dem Kopf des Lesers, wo sie ungestört wachsen.
Typisch sind: zu teuer, zu aufwendig, zu langwierig, unsicher ob es passt, schlechte Erfahrung mit dem Vorgänger. Für jeden Einwand ein kurzer Abschnitt, der ihn benennt und beantwortet.
Baustein 8 und 9: Ablauf und Abschluss
Der Ablauf nimmt die Angst vor dem ersten Schritt: drei bis fünf Schritte, vom Erstkontakt bis zur Umsetzung, mit Zeitangaben.
Am Ende die Handlungsaufforderung wiederholen, mit demselben Wortlaut wie oben. Wer bis hierhin gelesen hat, ist am ehesten bereit.
Baustein | Frage, die er beantwortet |
Überschrift | Bin ich hier richtig? |
Problem | Kennen die mein Problem? |
Lösung | Wie läuft das? |
Belege | Kann ich das glauben? |
Einwände | Was spricht dagegen? |
Ablauf | Was passiert, wenn ich mich melde? |
Abschluss | Was soll ich jetzt tun? |
Was entfernt gehört
Alles, was von der einen Handlung ablenkt: das Hauptmenü, Links zu anderen Bereichen, Social-Media-Symbole am Kopf, zweite und dritte Handlungsaufforderungen mit anderem Ziel.
Das fühlt sich falsch an, weil es aussieht, als würde man dem Besucher etwas vorenthalten. Es ist aber der Kern des Formats.
Wichtige Erkenntnisse
Punkt | Was zu tun ist |
Ziel | Eine Handlung, keine zweite |
Reihenfolge | Problem vor Lösung, Belege daneben |
Einwände | Drei bis fünf benennen und beantworten |
Ablauf | Schritte mit Zeitangaben nehmen die Hürde |
Aufräumen | Menü und Ablenkungen entfernen |
Was das in der Praxis heißt
Nehmen Sie Ihre bestehende Leistungsseite und prüfen Sie, welche der neun Bausteine vorkommen. Bei den meisten fehlen Problem, Einwände und Ablauf. Genau diese drei sind es, die den Unterschied machen.
Eine Landingpage ist außerdem nie fertig. Sie lebt davon, dass man beobachtet, wo Besucher abspringen, und dort nachbessert.
Wie wir das machen
Unsere Paketseiten sind nach genau diesem Muster gebaut: Problem, Lösung, Belege, Ablauf, Preis, Abschluss. Ansehen können Sie das zum Beispiel bei Rheinseiten.
Für Monheim gibt es dazu eine eigene Seite: Landingpage erstellen lassen.
Nützliche Quellen
Häufige Fragen
Braucht eine Landingpage ein eigenes Menü?
Nein, im Gegenteil. Das Menü ist die häufigste Ablenkung und gehört auf einer echten Landingpage weg.
Wie lang sollte sie sein?
So lang, bis alle Einwände beantwortet sind. Bei erklärungsbedürftigen Leistungen sind das schnell 1.000 Wörter.
Wie viele Handlungsaufforderungen?
Dieselbe mehrfach, meist drei- bis viermal über die Seite verteilt. Aber immer dieselbe.
Funktioniert das auch ohne Werbebudget?
Ja. Eine Landingpage ist zuerst ein Aufbauprinzip, nicht ein Werkzeug für Anzeigen.
Passend dazu
Passend dazu: Handlungsaufforderungen formulieren und Social Proof.


