05.10.2026
Websites
Wie lang muss ein Text auf der Website sein? Die bessere Frage
Warum es keine richtige Wortzahl gibt und was stattdessen über die Länge entscheidet. Mit Richtwerten je Seitentyp und einer Prüfung für Ihre eigenen Texte.

Sie sitzen an der Seite für Ihre wichtigste Leistung und fragen sich, wie viel Text dort hingehört. Der eine Ratgeber sagt 300 Wörter, der nächste 1.500, und eine Agentur hat Ihnen einmal erklärt, unter 2.000 Wörtern brauche man gar nicht anzufangen.
Die Frage nach der richtigen Wortzahl ist verständlich, aber sie führt in die falsche Richtung. Google selbst sagt, dass es keine bevorzugte Textlänge gibt. Entscheidend ist, ob ein Besucher auf der Seite findet, weswegen er gekommen ist, und wie schnell er es findet.
Hier lesen Sie, woran sich die Länge eines Textes tatsächlich bemisst, welche Größenordnungen sich je Seitentyp bewährt haben und wie Sie einen vorhandenen Text in einer halben Stunde selbst prüfen.
Stand: Oktober 2026
Das Wichtigste in Kürze
Google nennt ausdrücklich keine bevorzugte Wortzahl, ein Text wird nicht besser bewertet, nur weil er länger ist.
Die Länge ergibt sich aus der Frage des Besuchers: Wer eine Telefonnummer sucht, braucht einen Satz, wer eine Sanierung plant, braucht eine Erklärung.
Für eine Leistungsseite eines kleinen Betriebs sind nach unserer Erfahrung 400 bis 900 Wörter eine brauchbare Größenordnung, für einen Ratgeberartikel eher 800 bis 1.500.
Zu kurz ist ein Text, wenn Fragen offen bleiben, die sonst am Telefon gestellt werden, zu lang ist er, wenn er Dinge wiederholt.
Auf dem Handy entscheidet die Gliederung mehr als die Menge: Zwischenüberschriften, kurze Absätze und die Antwort im ersten Absatz.
Wer Text nur verlängert, um eine Zahl zu erreichen, erzeugt Füllstoff, den Besucher überspringen und Google nicht belohnt.
Warum es keine richtige Wortzahl gibt
Die Vorstellung, Google zähle Wörter und belohne lange Texte, hält sich hartnäckig. Sie stammt aus Auswertungen, in denen gut platzierte Seiten im Durchschnitt länger waren als schlecht platzierte. Daraus folgt aber nicht, dass die Länge der Grund war. Gut platzierte Seiten sind oft einfach gründlicher, und Gründlichkeit braucht manchmal Platz.
Google schreibt in seinen Hinweisen zu hilfreichen Inhalten sinngemäß: Wer auf eine bestimmte Wortzahl hinschreibt, weil er gehört hat, Google bevorzuge eine, liegt falsch. Eine solche Vorliebe gibt es nicht. Bewertet wird, ob der Inhalt die Suchanfrage beantwortet und ob er für Menschen geschrieben ist.
Praxistipp: Streichen Sie die Wortzahl aus Ihrem Auftrag oder Ihrer Notiz. Schreiben Sie stattdessen die drei Fragen auf, die der Text beantworten muss. Das ist die bessere Vorgabe.
Was stattdessen über die Länge entscheidet
Jede Seite hat einen Grund, warum jemand auf ihr landet. Dieser Grund bestimmt, wie viel Text nötig ist. Wer „Zahnarzt Monheim Notdienst“ sucht, will in Sekunden eine Nummer und die Zeiten sehen. Wer „Dach dämmen von innen oder außen“ sucht, will Vor- und Nachteile, Kosten in Größenordnungen und eine Einschätzung, was zu seinem Haus passt.
Drei Dinge entscheiden also über die Länge: wie erklärungsbedürftig das Thema ist, wie viel Geld oder Risiko für den Leser dranhängt und wie viele Fragen er typischerweise noch hat, bevor er anruft.
Einfache Auskunft, zum Beispiel Öffnungszeiten oder Anfahrt: so kurz wie möglich.
Leistung mit Vergleichsbedarf, zum Beispiel Malerarbeiten: Ablauf, Umfang, Einzugsgebiet, nächster Schritt.
Große Entscheidung, zum Beispiel Heizungstausch: Erklärung, Varianten, Größenordnungen, häufige Fragen.

Welche Größenordnungen sich je Seitentyp bewährt haben
Auch wenn es keine Pflichtlänge gibt, hilft eine Größenordnung beim Planen. Die folgenden Werte sind keine Regeln von Google, sondern Erfahrungswerte aus unserer Arbeit mit kleinen Betrieben. Sie beschreiben, wie viel Text eine Seite meist braucht, um ihre Aufgabe zu erfüllen.
Liegt Ihr Text weit unter diesen Werten, ist das ein Hinweis, genauer hinzusehen, kein Beweis für einen Mangel. Liegt er weit darüber, lohnt die Frage, ob dort eigentlich zwei Themen auf einer Seite stehen.
Seitentyp | Aufgabe der Seite | Übliche Größenordnung |
Startseite | Wer, was, wo, und wohin als Nächstes | 300 bis 600 Wörter |
Leistungsseite | Eine Leistung erklären und zur Anfrage führen | 400 bis 900 Wörter |
Ortsseite | Leistung und Bezug zum Ort belegen | 400 bis 700 Wörter, mit eigenem Inhalt |
Ratgeberartikel | Eine Kundenfrage gründlich beantworten | 800 bis 1.500 Wörter |
Kontakt und Anfahrt | Erreichbarkeit klären | So wenig wie möglich |
Woran Sie erkennen, dass ein Text zu kurz ist
Ein Text ist zu kurz, wenn der Leser danach noch dieselben Fragen hat wie vorher. Das merken Sie am Telefon: Wenn Anrufer regelmäßig nach Dingen fragen, die eigentlich auf der Seite stehen könnten, fehlt dort etwas.
Typisch für zu kurze Leistungsseiten sind drei Sätze Allgemeines und ein Kontaktknopf. Es fehlt, für wen die Leistung gedacht ist, wie der Ablauf aussieht, in welchem Umkreis Sie arbeiten und was der Kunde vorbereiten muss. Google findet auf so einer Seite wenig, woran es erkennen kann, dass sie zu einer bestimmten Suchanfrage passt.
Anrufer stellen immer wieder dieselben Grundfragen.
Die Seite könnte ohne Änderung auch bei einem Mitbewerber stehen.
Es fehlen Ort, Ablauf oder ein Hinweis auf den Preisrahmen.
Die Seite erscheint in der Search Console kaum mit Suchanfragen.
Woran Sie erkennen, dass ein Text zu lang ist
Zu lang ist ein Text nicht wegen seiner Wortzahl, sondern wegen seines Inhalts. Wiederholungen, Einleitungen über die Geschichte des Handwerks und Sätze, die nur Suchbegriffe unterbringen sollen, machen eine Seite länger, aber nicht besser. Besucher scrollen dann an der Antwort vorbei oder geben auf.
Ein zweites Zeichen: Auf einer Seite stehen mehrere Leistungen, die eigentlich jede eine eigene Seite verdient hätten. Dann ist der Text nicht zu lang, sondern falsch aufgeteilt.
Praxistipp: Lesen Sie Ihren Text laut vor und streichen Sie jeden Satz, bei dem Sie selbst ungeduldig werden. Was übrig bleibt, ist meist die richtige Länge.

Warum die Gliederung auf dem Handy mehr zählt als die Menge
Die meisten Besucher einer lokalen Website kommen über das Handy. Auf einem kleinen Bildschirm wirkt schon ein Absatz von zehn Zeilen wie eine Wand. Derselbe Inhalt, auf kurze Absätze und klare Zwischenüberschriften verteilt, liest sich dagegen leicht, auch wenn er gleich lang ist.
Gute Gliederung bedeutet: Die wichtigste Antwort steht im ersten Absatz. Jede Zwischenüberschrift sagt, was im Abschnitt steht, sodass man beim Überfliegen weiß, wo man weiterlesen will. Aufzählungen nehmen Dinge auf, die gleichrangig sind, und eine Tabelle hilft, wenn Varianten verglichen werden.
Antwort oder Kernaussage in die ersten zwei bis drei Sätze.
Zwischenüberschriften als Aussagen, nicht als Schlagworte.
Absätze von höchstens vier bis fünf Zeilen auf dem Handy.
Am Ende ein klarer nächster Schritt, etwa Anruf oder Anfrage.
Wie Sie einen vorhandenen Text in einer halben Stunde prüfen
Für die Prüfung brauchen Sie kein Werkzeug. Öffnen Sie die Seite auf dem Handy und stellen Sie sich vor, Sie wären ein Kunde, der Sie noch nicht kennt. Notieren Sie, welche Fragen Sie nach dem Lesen noch hätten und an welcher Stelle Sie das Interesse verloren hätten.
Danach ergänzen Sie, was fehlt, und streichen, was sich wiederholt. Wer die Google Search Console eingerichtet hat, kann zusätzlich nachsehen, mit welchen Suchanfragen die Seite angezeigt wird. Tauchen dort Fragen auf, die der Text nicht beantwortet, ist das ein guter Hinweis für eine Ergänzung.
Wichtige Erkenntnisse
Punkt | Was zu tun ist |
Wortzahl | Nicht als Ziel setzen, Google bevorzugt keine Länge. |
Maßstab | Die Fragen festlegen, die ein Kunde vor dem Anruf hat. |
Zu kurz | Ergänzen, was am Telefon immer wieder gefragt wird. |
Zu lang | Wiederholungen streichen, mehrere Themen auf eigene Seiten verteilen. |
Handy | Antwort nach oben, kurze Absätze, klare Zwischenüberschriften. |
Prüfung | Seite einmal im Jahr auf dem Handy mit Kundenblick lesen. |
Was das in der Praxis heißt
Für Ihren Betrieb heißt das: Fangen Sie nicht mit der Frage an, wie viele Wörter eine Seite braucht, sondern mit der Frage, was ein Kunde wissen will, bevor er Sie anruft. Schreiben Sie diese Antworten auf, gliedern Sie sie so, dass man sie auf dem Handy überfliegen kann, und hören Sie auf, wenn alles gesagt ist. Die Länge ergibt sich dann von selbst.
Was Sie nicht beeinflussen können: wie Google Ihren Text im Vergleich zu anderen Seiten einordnet und für welche Suchanfragen er am Ende erscheint. Ein guter Text ist eine Voraussetzung, keine Garantie. Ob eine überarbeitete Seite besser gefunden wird, zeigt sich erfahrungsgemäß erst nach einigen Wochen bis Monaten, und manchmal liegt der Engpass gar nicht im Text, sondern im Google-Profil oder in der Struktur der Website.
Wenn Sie eine zweite Meinung zu Ihren Texten wollen
Ob Ihre wichtigsten Seiten zu knapp, zu lang oder einfach falsch aufgeteilt sind, lässt sich in einem Erstgespräch von fünfzehn Minuten klären. Ohne Verkaufsgespräch: Wir sehen uns zwei oder drei Ihrer Seiten an und sagen Ihnen, wo wir zuerst ansetzen würden.
Wer die laufende Pflege von Website und Google-Profil abgeben möchte, findet das im Paket Sichtbar ab 150 € im Monat netto. Sie liefern das Fachwissen, wir machen daraus Text, der auf dem Handy gelesen wird.
Nützliche Quellen
Google Search Central: Hilfreiche, zuverlässige und nutzerorientierte Inhalte erstellen
Google Search Central: Leitfaden zur Suchmaschinenoptimierung für Einsteiger
Häufige Fragen
Wie viele Wörter braucht eine Seite mindestens, damit Google sie findet?
Eine feste Untergrenze gibt es nicht. Google kann auch kurze Seiten finden und anzeigen. Eine Seite mit nur zwei Sätzen bietet aber oft zu wenig, woran Google erkennen kann, wofür sie die passende Antwort ist.
Bringen längere Texte bessere Platzierungen?
Nicht von sich aus. Google sagt ausdrücklich, dass es keine bevorzugte Wortzahl gibt. Lange Texte stehen manchmal weiter oben, weil sie gründlicher sind, nicht weil sie lang sind.
Wie lang sollte eine Leistungsseite sein?
Für kleine Betriebe haben sich nach unserer Erfahrung 400 bis 900 Wörter bewährt. Wichtiger als die Zahl ist, dass Ablauf, Einzugsgebiet, Zielgruppe und der nächste Schritt beschrieben sind.
Ist ein kurzer Text auf der Startseite schlecht?
Nein. Die Startseite soll sagen, wer Sie sind, was Sie anbieten und wo, und dann zu den passenden Unterseiten führen. Die Einzelheiten gehören auf die Leistungsseiten.
Lesen Menschen auf dem Handy überhaupt lange Texte?
Ja, wenn das Thema sie betrifft und der Text gut gegliedert ist. Wer eine teure Entscheidung vorbereitet, liest auch ausführlich. Abgebrochen wird vor allem, wenn die Antwort im Text versteckt ist.
Soll ich einen alten, sehr kurzen Text einfach verlängern?
Nur mit neuem Inhalt. Ergänzen Sie, was Kunden fragen, etwa zum Ablauf oder zum Einzugsgebiet. Text, der nur Länge erzeugt, hilft weder dem Leser noch der Platzierung.
Zählen Bilder, Tabellen und Aufzählungen zur Textlänge?
Für Ihre Leser zählen sie zum Inhalt, und eine gute Tabelle ersetzt oft mehrere Absätze. Beschreiben Sie Bilder mit einem passenden Alternativtext, damit auch Suchmaschinen und Vorleseprogramme verstehen, was zu sehen ist.
Darf derselbe Text auf mehreren Ortsseiten stehen?
Besser nicht. Fast gleiche Texte mit ausgetauschtem Ortsnamen bringen wenig, weil sie nichts Neues sagen. Jede Ortsseite braucht eigenen Inhalt, etwa Einsätze vor Ort oder Besonderheiten der Gegend.
Wie oft sollte ich meine Texte überarbeiten?
Einmal im Jahr ein Blick auf die wichtigsten Seiten reicht für die meisten Betriebe. Sofort überarbeiten sollten Sie, wenn sich Leistungen, Preise oder Ihr Einzugsgebiet ändern.
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