
Die Frage, nach welchen Begriffen die eigene Kundschaft sucht, ist die Grundlage jeder Website. Sie wird trotzdem meistens im Kopf beantwortet, mit den Wörtern, die man selbst benutzt. Genau das ist der Fehler: Fachleute reden anders als Kunden.
Für einen lokalen Betrieb braucht es dafür kein Werkzeug für 99 Euro im Monat. Vier kostenlose Quellen reichen und liefern ehrlichere Ergebnisse, als die meisten erwarten.
Das Wichtigste in Kürze
Google selbst ist die beste Quelle: Vorschläge, verwandte Suchen und die Fragenboxen.
Ihr Google-Profil zeigt, mit welchen Begriffen Sie heute gefunden werden.
Die Search Console zeigt dasselbe für Ihre Website, kostenlos.
Ihr Telefon ist die unterschätzteste Quelle: notieren Sie, wie Kunden fragen.
Ordnen Sie die Begriffe nach Absicht, nicht nach Häufigkeit.
Erste Quelle: die Suche selbst
Tippen Sie Ihre Hauptleistung zusammen mit Ihrem Ort ein und schauen Sie sich drei Dinge an: die Vorschläge während des Tippens, die Fragenbox in den Ergebnissen und die verwandten Suchen ganz unten.
Das sind echte Suchanfragen von echten Menschen, nicht geschätzte Volumina. Für einen lokalen Betrieb ist das oft aussagekräftiger als jede Datenbank.
Praxistipp: Suchen Sie im privaten Fenster und schalten Sie den Standort probeweise um. Die Vorschläge unterscheiden sich von Ort zu Ort, und Sie sehen, was in Ihrem Umkreis wirklich gesucht wird.
Zweite Quelle: Ihr Google-Profil
Im Unternehmensprofil gibt es eine Auswertung, mit welchen Begriffen Nutzer auf Ihr Profil gestoßen sind. Diese Liste ist Gold wert, weil sie zeigt, wofür Google Sie heute schon für passend hält.
Häufig stehen dort Begriffe, an die im Betrieb niemand gedacht hätte. Genau die gehören auf die Website, weil dort die Nachfrage schon belegt ist.
Dritte Quelle: die Search Console
Die Google Search Console ist kostenlos und zeigt für Ihre Website, bei welchen Suchanfragen Sie erschienen sind, wie oft, auf welcher Position und wie oft geklickt wurde.
Der wertvollste Bericht ist der mit vielen Impressionen und wenigen Klicks: Sie werden gefunden, aber nicht angeklickt. Das ist meist ein Problem von Title und Description, kein Rankingproblem.
Muster | Was es bedeutet | Was zu tun ist |
Viele Impressionen, wenige Klicks | Position weit hinten oder unattraktives Suchergebnis | Title und Description überarbeiten |
Position 8 bis 15 | Knapp an der ersten Seite | Inhalt ausbauen, intern verlinken |
Begriffe ohne passende Seite | Nachfrage ohne Angebot | Eigene Seite dafür anlegen |
Vierte Quelle: das Telefon
Die unterschätzteste Quelle sitzt in Ihrem Betrieb. Notieren Sie zwei Wochen lang, mit welchen Worten Kunden ihr Anliegen schildern. Nicht sinngemäß, sondern wörtlich.
Sie werden feststellen, dass kaum jemand die Begriffe verwendet, die auf Ihrer Website stehen. Diese Liste ist die ehrlichste Grundlage für Ihre Texte, die es gibt.
Praxistipp: Legen Sie einen Zettel neben das Telefon. Nach zwei Wochen haben Sie mehr brauchbare Formulierungen als aus jedem Werkzeug.
Ordnen nach Absicht statt nach Volumen
Nicht jede Suche ist gleich viel wert. Für einen lokalen Betrieb lohnt sich diese Einteilung:
Kaufabsicht: Leistung plus Ort, Preisfragen, „in der Nähe". Wenig Volumen, hohe Passung.
Auswahlabsicht: Vergleiche, „welcher", „Erfahrungen". Mittlere Passung.
Informationsabsicht: „was ist", „wie funktioniert". Viel Volumen, wenig direkte Anfragen, gut für Ratgeberbeiträge.
Bauen Sie zuerst die Seiten für die Kaufabsicht. Zehn Suchen im Monat mit klarer Absicht sind mehr wert als tausend allgemeine.
Was Sie mit der Liste machen
Ordnen Sie die gefundenen Begriffe zu Gruppen, und geben Sie jeder Gruppe eine eigene Seite. Nicht jeder Begriff eine eigene Seite, sondern jede Gruppe: Wer nach „Bad sanieren", „Badsanierung Kosten" und „Badumbau" sucht, will dasselbe.
Diese Zuordnung ist die eigentliche Arbeit und der Grund, warum Werkzeuge sie nicht abnehmen können.
Wichtige Erkenntnisse
Punkt | Was zu tun ist |
Quelle 1 | Google-Vorschläge, Fragenbox, verwandte Suchen |
Quelle 2 | Suchbegriffe im eigenen Google-Profil |
Quelle 3 | Search Console, besonders viele Impressionen ohne Klicks |
Quelle 4 | Wörtliche Formulierungen aus Telefonaten |
Ordnen | Nach Absicht gruppieren, je Gruppe eine Seite |
Was das in der Praxis heißt
Für einen lokalen Betrieb reichen zwanzig bis vierzig gut gewählte Begriffe. Wer daraus fünf bis zehn Seiten baut, hat mehr erreicht als mit einer Liste von tausend Begriffen aus einem Werkzeug.
Der Aufwand liegt bei einem halben Tag für die Recherche und danach bei einem Blick pro Quartal in die Search Console.
Wie wir das machen
Wir beginnen jedes Projekt mit dieser Recherche und leiten daraus die Seitenstruktur ab. Das Ergebnis ist ein Websitenetz statt einer Seite, die alles versucht.
Wie das aufgebaut ist, erklärt Was ein Websitenetz ist.
Nützliche Quellen
Häufige Fragen
Brauche ich Suchvolumen-Zahlen?
Für lokale Angebote selten. Die Zahlen sind dort so klein, dass sie kaum aussagekräftig sind. Die Absicht zählt mehr.
Wie oft sollte ich das wiederholen?
Einmal im Jahr gründlich, dazu ein Blick pro Quartal in die Search Console.
Lohnen sich Werkzeuge trotzdem?
Ab einer gewissen Größe ja. Für einen Betrieb mit einem Standort und fünf Leistungen sind sie meist überdimensioniert.
Was ist mit KI-Suchen?
Auch dort wird in normaler Sprache gefragt. Wer die Fragen seiner Kunden beantwortet, ist dort im Vorteil.
Passend dazu
Wie Sie die Search Console einrichten, steht in Search Console einrichten. Die Struktur daraus erklärt Website-Struktur planen.


