09.08.2026
Websites
Website-Struktur planen, bevor gestaltet wird
Die Struktur entscheidet, ob eine Seite gefunden wird. Sie kostet nichts außer Nachdenken und wird trotzdem meistens übersprungen.

Die meisten Website-Projekte beginnen mit der Frage, wie es aussehen soll. Die wichtigere Frage kommt davor: Welche Seiten soll es überhaupt geben und wie hängen sie zusammen.
Die Struktur entscheidet darüber, für welche Suchen die Seite in Frage kommt. Sie zu planen kostet einen Nachmittag und nichts außer Nachdenken.
Stand: August 2026
Das Wichtigste in Kürze
Eine Seite je Suchabsicht, nicht je Menüpunkt.
Die Struktur folgt den Fragen der Kunden, nicht dem Organigramm.
Drei Ebenen genügen fast immer: Start, Bereich, Detailseite.
Jede Seite braucht ein Ziel, sonst gehört sie nicht dazu.
Ort- und Branchenseiten sind eigene Ebenen, keine Unterpunkte.
Warum die Struktur vor der Gestaltung kommt
Eine schöne Seite mit falscher Struktur wird nicht gefunden. Eine schlichte Seite mit richtiger Struktur schon. Das klingt hart, entspricht aber dem, was in der Search Console jedes Mal sichtbar wird.
Der Grund: Google bewertet einzelne Seiten, nicht Websites als Ganzes. Wenn es keine Seite zu einem Thema gibt, kann auch keine ranken.

Der Ausgangspunkt sind Fragen, keine Bereiche
Die typische Struktur eines Betriebs bildet die interne Sicht ab: Über uns, Leistungen, Referenzen, Kontakt. Das ist nicht falsch, aber es beantwortet keine Suche.
Beginnen Sie stattdessen mit der Liste der Fragen, mit denen Kunden zu Ihnen kommen. Jede wiederkehrende Frage ist ein Kandidat für eine eigene Seite.
Praxistipp: Nehmen Sie die Liste vom Telefon und aus dem Google-Profil. Was dort dreimal auftaucht, verdient eine eigene Seite.
Die drei Achsen
Für lokale Betriebe hat sich eine Struktur aus drei Achsen bewährt:
Nicht jede Kombination braucht eine Seite. Beginnen Sie mit den Leistungen, ergänzen Sie die Orte, in denen Sie tatsächlich arbeiten, und die Zielgruppen, die sich lohnen.
Achse | Beispiel | Wofür |
Leistung | Badsanierung | Wonach gesucht wird |
Ort | Badsanierung Monheim | Lokale Suchen |
Zielgruppe | Bad barrierefrei umbauen | Besondere Bedarfe |
Wie tief eine Struktur sein darf
Drei Ebenen genügen fast immer: Startseite, Übersichtsseite, Detailseite. Alles, was tiefer liegt, wird selten gefunden und noch seltener angeklickt.
Faustregel: Jede wichtige Seite sollte von der Startseite aus mit höchstens zwei Klicks erreichbar sein. Was das nicht ist, braucht einen Verweis von prominenter Stelle.
Jede Seite braucht ein Ziel
Bevor eine Seite in die Struktur kommt, sollten drei Fragen beantwortet sein:
Welche Suche oder welche Frage beantwortet sie?
Was soll der Besucher danach tun?
Von welchen anderen Seiten wird auf sie verlinkt?
Wenn eine dieser Fragen offen bleibt, gehört die Seite meist nicht in die Struktur, sondern als Abschnitt auf eine andere.

Der häufigste Strukturfehler
Eine Sammelseite „Leistungen" mit zwölf Stichpunkten. Sie rankt für keinen davon, weil sie zu keinem Thema Substanz hat.
Die Lösung ist immer dieselbe: Übersichtsseite behalten, aber jeder wichtigen Leistung eine eigene Seite geben, die eine Frage vollständig beantwortet. Die Übersicht verlinkt dann darauf.
Praxistipp: Fangen Sie mit den drei Leistungen an, mit denen Sie das meiste Geld verdienen. Der Rest kann warten.
Wichtige Erkenntnisse
Punkt | Was zu tun ist |
Reihenfolge | Struktur vor Gestaltung |
Grundlage | Fragen der Kunden statt interner Bereiche |
Achsen | Leistung, Ort, Zielgruppe |
Tiefe | Drei Ebenen, zwei Klicks bis zu jeder wichtigen Seite |
Prüfung | Jede Seite braucht Suchabsicht, Ziel und Eingangslinks |
Was das in der Praxis heißt
Zeichnen Sie die Struktur auf ein Blatt Papier, bevor irgendjemand etwas gestaltet. Eine Liste mit fünfzehn Seiten und Pfeilen dazwischen ist die beste Grundlage für jedes Angebot, das Sie einholen.
Mit dieser Liste bekommen Sie außerdem vergleichbare Angebote, weil alle über denselben Umfang sprechen.
Als Größenordnung: Ein Handwerksbetrieb mit drei Gewerken kommt auf 12 bis 20 Seiten, eine Praxis auf 8 bis 12. Bei uns ist der Aufbau Teil von Rheinseiten, dort kommen neue Seiten laufend dazu, ohne Begrenzung der Anzahl.
Wie wir das machen
Wir beginnen jedes Projekt mit dieser Struktur und leiten daraus ab, welche Seiten gebaut werden. Das Ergebnis nennen wir Websitenetz.
Mehr dazu in Was ein Websitenetz ist und im Paket Rheinseiten.
Nützliche Quellen
Häufige Fragen
Wie viele Seiten braucht ein kleiner Betrieb?
Meist zwischen acht und zwanzig. Entscheidend ist, dass jede eine Frage beantwortet. Ein Handwerksbetrieb mit drei Gewerken landet eher bei zwölf bis zwanzig, eine Praxis bei acht bis zwölf. Mehr Seiten sind kein Selbstzweck, aber jede Leistung verdient eine eigene.
Schadet es, viele Seiten zu haben?
Nur wenn sie dünn sind oder sich überschneiden. Dann konkurrieren sie miteinander. Zwei Seiten zum selben Thema teilen sich die Kraft, und Google entscheidet selbst, welche es zeigt, meist nicht die, die Sie meinten. Zusammenlegen hilft dann mehr als Nachbessern.
Was ist mit einer Onepage-Website?
Für sehr schlanke Angebote möglich, aber sie kann nur für ein Thema ranken. Für lokale Betriebe mit mehreren Leistungen ist sie ein Nachteil.
Kann ich die Struktur später ändern?
Ja, mit Weiterleitungen. Es ist trotzdem einfacher, sie einmal richtig zu planen. Jede geänderte Adresse braucht eine dauerhafte Weiterleitung, sonst verlieren Sie die aufgebaute Sichtbarkeit. Nach einem Umbau dauert es meist 4 bis 8 Wochen, bis sich die Platzierungen wieder einpendeln.
Passend dazu
Passend dazu: Interne Verlinkung und Was ein Websitenetz ist.
Wenn Sie das abgeben möchten: Webdesign.


