
Das Google-Unternehmensprofil ist für die meisten lokalen Betriebe der wichtigste Auftritt im Netz, wichtiger als die eigene Website. Es entscheidet, ob Sie im Kartenkasten über den Suchergebnissen auftauchen, und es beantwortet die Fragen, die vor einem Anruf kommen: Wann habt ihr offen, was kostet das, wie sieht es dort aus.
Fast jeder Betrieb hat so ein Profil. Ausgefüllt ist es meistens auch. Und trotzdem passiert nichts, weil die Felder gefüllt sind, auf die es nicht ankommt. Die folgenden sechs Maßnahmen lassen sich an einem Vormittag erledigen und wirken deutlich schneller als ein Website-Umbau.
Das Wichtigste in Kürze
Die Hauptkategorie ist der stärkste einzelne Hebel und bei den meisten Profilen falsch gesetzt.
Ein Profil ohne aktuelle Fotos und ohne beantwortete Bewertungen wirkt verlassen, auch wenn der Betrieb läuft.
Abweichende Öffnungszeiten an Feiertagen pflegt fast niemand ein. Das kostet Kunden und bringt schlechte Bewertungen.
Die einzelnen Leistungen lassen sich einzeln eintragen. Fast niemand tut es, dabei sind es genau die Wörter, nach denen gesucht wird.
Alles zusammen ist eine Sache von zwei bis drei Stunden, danach bleibt es eine Aufgabe für zehn Minuten im Monat.
Erstens: Profil beanspruchen und verifizieren
Viele Betriebe haben ein Profil, ohne es zu besitzen. Google legt Einträge automatisch an, sobald genug Signale zusammenkommen, etwa aus Branchenverzeichnissen oder Kartendaten. Solange niemand den Eintrag beansprucht hat, kann ihn auch niemand pflegen, und jeder Nutzer darf Änderungen vorschlagen.
Die Verifizierung läuft heute meist per Video. Sie filmen in einem Durchgang, ohne Schnitt: das Firmenschild, die Umgebung, den Innenraum und etwas, das Sie als Inhaber ausweist, etwa Geschäftspapier oder Werkzeug mit Firmenaufdruck. Legen Sie sich alles zurecht, bevor Sie starten. Wer unvorbereitet filmt, bekommt eine Ablehnung und muss von vorn beginnen, und das dauert dann Wochen statt Tage.
Zweitens: die richtige Hauptkategorie wählen
Die Hauptkategorie sagt Google, worum es bei Ihnen geht. Sie wirkt stärker als jeder Text im Profil. Trotzdem steht dort bei den meisten Betrieben eine Kategorie, die zwar stimmt, aber nicht das Geschäft beschreibt.
Ein Betrieb, der überwiegend Bäder saniert, aber als „Klempner" eingetragen ist, taucht bei der Suche nach Badsanierung schlechter auf. Eine Praxis, die Implantate setzt, aber nur „Zahnarzt" hinterlegt hat, konkurriert mit jeder anderen Praxis der Stadt statt mit den drei, die dasselbe anbieten. Wählen Sie die Kategorie, die Ihr Hauptgeschäft trifft, und tragen Sie den Rest als Nebenkategorien ein. Mehr als fünf Nebenkategorien verwässern eher, als dass sie helfen.
Drittens: Leistungen einzeln eintragen
Unter der Kategorie lassen sich einzelne Leistungen hinterlegen, mit Namen und kurzer Beschreibung. Dieses Feld ist bei fast jedem Profil leer. Dabei sind es genau die Begriffe, die Menschen eintippen: nicht „Elektriker", sondern „Wallbox installieren", nicht „Friseur", sondern „Balayage".
Tragen Sie die zehn bis fünfzehn Leistungen ein, mit denen Sie tatsächlich Geld verdienen, und schreiben Sie zu jeder zwei Sätze in normaler Sprache. Das ist eine halbe Stunde Arbeit und wirkt länger als jeder Beitrag.
Viertens: Fotos, die aktuell sind
Profile mit regelmäßig neuen Fotos werden häufiger angesehen als solche mit Bildern von der Eröffnung. Es braucht keine Fotografin dafür. Was zählt, ist, dass die Bilder zeigen, was jemand vor dem Besuch wissen will:
die Außenansicht, damit man das Haus erkennt
den Eingang und die Parkmöglichkeit
den Innenraum, so wie er an einem normalen Tag aussieht
die Arbeit selbst, also Ergebnisse statt gestellter Szenen
die Menschen, die man antrifft
Ein neues Bild im Monat reicht. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Menge.
Fünftens: Bewertungen einholen und beantworten
Zufriedene Kunden schreiben selten von selbst, Verärgerte fast immer. Wer nie fragt, bekommt deshalb ein Bild, das schlechter ist als die eigene Arbeit. Fragen Sie direkt nach dem Termin, mit einem kurzen Link, der in zwei Klicks ins Bewertungsfenster führt.
Antworten Sie auf alles, nicht nur auf Kritik. Bei guten Bewertungen genügt ein Satz, der etwas Konkretes aufgreift. Bei Kritik gilt: kurz bedauern, sachlich einordnen, den weiteren Weg aus der Öffentlichkeit anbieten. Die lange Verteidigung schadet, weil sie für die Mitleser wie ein Streit aussieht.
Sechstens: Öffnungszeiten, auch die abweichenden
Der häufigste Fehler im ganzen Profil sind Feiertage. Wer an Karfreitag geschlossen hat, aber geöffnet anzeigt, verliert nicht nur den Kunden, der vor der Tür steht, sondern bekommt dafür oft auch noch die schlechte Bewertung. Google fragt vor jedem Feiertag nach. Diese Meldung wegzuklicken ist eine Minute gespart und ein Kunde verloren.
Was das in der Praxis heißt
Die sechs Punkte sind kein Projekt, sondern eine Grundeinrichtung plus eine kleine monatliche Gewohnheit. Der einmalige Teil dauert zwei bis drei Stunden. Danach reichen zehn Minuten im Monat: ein Foto, ein Blick auf die Bewertungen, ein Blick auf die kommenden Feiertage.
Was Sie nicht beeinflussen können, ist die Entfernung zum Suchenden. Wer am Stadtrand sitzt, wird für Suchen aus der Innenstadt seltener angezeigt, egal wie gut das Profil ist. Das ist keine Strafe, sondern der Zweck der Funktion.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Verifizierung?
Bei der Video-Verifizierung meist wenige Tage, in Einzelfällen mehrere Wochen. Eine abgelehnte Prüfung verlängert das erheblich, deshalb lohnt sich die Vorbereitung.
Kann ich das Profil selbst pflegen?
Ja, alles davon. Die Frage ist nicht, ob Sie es können, sondern ob es jemand jeden Monat tut. Genau daran scheitert es meistens.
Was passiert bei einem Richtlinienverstoß?
Google kann einzelne Inhalte entfernen oder das Profil sperren. Betroffen sind vor allem gekaufte Bewertungen, Rabatte gegen Sterne und Firmennamen, die mit Suchbegriffen aufgefüllt wurden.
Wie oft sollte ich Beiträge veröffentlichen?
Einer im Monat genügt, wenn er etwas Konkretes enthält. Beiträge ohne Anlass, nur um Aktivität zu zeigen, bringen nichts.
Quellen
Die Grundlagen erklärt Google in der Hilfe zum Unternehmensprofil, die Regeln für Bewertungen stehen in den Richtlinien für nutzergenerierte Inhalte.
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