25.09.2026
Websites
Sicherung der Website: der Tag, an dem sie zählt
Wie oft eine Website gesichert werden muss, wohin die Kopien gehören und was ins Backup gehört. Dazu die Frage, die kaum jemand stellt: Wurde sie je geprobt?

Eine Sicherung ist das einzige Bauteil Ihrer Website, das Sie im Normalbetrieb nie brauchen. Sie läuft, kostet etwas Speicherplatz und fällt niemandem auf. Genau deshalb merken die meisten Betriebe erst an dem einen Morgen, dass sie nicht funktioniert: wenn die Startseite weiß ist, wenn ein Update die Terminbuchung zerlegt hat oder wenn im Impressum plötzlich fremde Links stehen.
In dem Moment entscheidet sich, ob der Schaden eine Stunde Arbeit bedeutet oder zwei Wochen. Und das entscheidet nicht die Frage, ob gesichert wurde. Es entscheidet die Frage, was gesichert wurde, wo die Kopie liegt und ob jemand schon einmal versucht hat, sie zurückzuholen.
Dieser Artikel beschreibt, wie eine Sicherung für eine kleine Firmenwebsite aussehen muss, damit sie an diesem Tag trägt. Ohne Fachvokabular, und mit dem Teil, den fast alle auslassen.
Stand: September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Eine Sicherung besteht aus zwei Teilen: den Dateien und der Datenbank. Fehlt einer davon, ist die Seite nicht wiederherstellbar.
Der richtige Takt ergibt sich aus einer Frage: Wie viel Arbeit darf verloren gehen? Bei einer Seite, die sich selten ändert, reicht wöchentlich.
Mindestens eine Kopie muss außerhalb des Hosters liegen. Wer nur dort sichert, wo die Seite läuft, hat bei Sperrung oder Kündigung nichts in der Hand.
Eine Sicherung, deren Wiederherstellung nie geprobt wurde, ist kein Backup, sondern eine Hoffnung. Der Test dauert weniger als eine Stunde.
Beim Zurückholen fehlen meist nicht die Daten, sondern die Zugangsdaten. Sie gehören in dieselbe Dokumentation wie die Sicherung.
Vier Wochen Aufbewahrung sind das Minimum. Manche Schäden fallen erst nach Tagen auf, und dann ist die letzte Kopie schon die kaputte.
Was in einer Sicherung überhaupt drinstecken muss
Eine Website ist kein einzelnes Dokument. Sie besteht aus Teilen, die getrennt gespeichert werden, und eine Sicherung ist nur dann vollständig, wenn sie alle mitnimmt. Das ist der häufigste Grund, warum eine vorhandene Sicherung im Ernstfall nicht hilft: Sie enthält die Bilder, aber nicht die Texte, oder umgekehrt.
Die Dateien: Bilder, PDFs, das Design, die Erweiterungen. Das ist der große, aber unkritische Teil.
Die Datenbank: alle Texte, Seiten, Blogbeiträge, Formulareinträge, Benutzer. Klein, unscheinbar, und ohne sie ist die Seite leer.
Die Konfiguration: Weiterleitungen, Einstellungen, Schnittstellen zu Buchungs- oder Newsletter-Werkzeugen.
Die Zugänge: Hoster, Domainverwaltung, Redaktionssystem, E-Mail. Keine Daten, aber ohne sie kommen Sie an die Daten nicht heran.
Wer eine Seite bei einem Baukasten-Anbieter betreibt, kann manche dieser Teile gar nicht selbst sichern. Dann ist es umso wichtiger zu wissen, was der Anbieter für Sie aufbewahrt und wie lange. Diese Auskunft steht selten auf der Preisseite, aber der Support gibt sie, wenn man fragt.
Praxistipp: Exportieren Sie die Texte Ihrer wichtigsten fünf Seiten einmal als einfache Textdatei in Ihre Firmenordner. Das ist kein Backup, aber es hat schon manchen Neuaufbau von zwei Wochen auf zwei Tage verkürzt.
Wie oft gesichert werden muss, hängt an einer einzigen Frage
Die Frage lautet nicht „wie oft ist üblich“, sondern: Wie viel Arbeit dürfen Sie verlieren, ohne dass es weh tut? Wenn Sie zweimal im Jahr eine Seite ändern, ist eine wöchentliche Sicherung großzügig. Wenn über ein Formular Anfragen eingehen, die nur in der Datenbank stehen, ist jeder Tag ohne Sicherung ein Tag mit möglichem Datenverlust.
Dazu kommt ein zweiter Takt, den viele übersehen: die Sicherung vor einem Eingriff. Jedes Update, jede neue Erweiterung, jeder Umzug bekommt vorher eine eigene Kopie. Das ist die Sicherung, die in der Praxis am häufigsten gebraucht wird, weil die meisten Ausfälle keine Angriffe sind, sondern Änderungen.
Die Spalte Aufbewahrung ist die, an der gespart wird, und sie ist die wichtigere. Eine Seite, die seit drei Tagen fremde Links im Fußbereich hat, lässt sich mit einer Sicherung von gestern nicht retten. Wer nur die jeweils letzte Kopie behält, überschreibt den heilen Zustand mit dem kaputten.
So verändert sich Ihre Seite | Sinnvoller Takt | Aufbewahrung |
Reine Visitenkarte, Änderungen selten | Wöchentlich | 4 Wochen |
Regelmäßige Beiträge oder Referenzen | Täglich | 4 bis 8 Wochen |
Formulare, Terminbuchung, Bestellungen | Täglich, Datenbank häufiger | 8 Wochen |
Vor Update, Umzug, neuem Werkzeug | Einzelsicherung von Hand | Bis alles läuft |

Drei Kopien, zwei Orte, einer außer Haus
Die gängige Regel in der Datensicherung ist schlicht: mehr als eine Kopie, auf mehr als einem Speicher, und mindestens eine davon an einem anderen Ort als das Original. Für eine kleine Firmenwebsite heißt das nichts Kompliziertes.
Kopie eins ist die automatische Sicherung beim Hoster. Kopie zwei liegt in Ihrem eigenen Speicher, also im Firmen-Cloudspeicher oder auf einer Festplatte im Büro. Kopie drei ist die Sicherung vor Eingriffen, die Sie ohnehin anlegen. Damit sind Sie gegen die drei realistischen Fälle abgedeckt: kaputtes Update, technischer Ausfall beim Anbieter, Verlust des Zugangs zum Anbieter.
Die Kopie außer Haus schützt gegen den Fall, den niemand einplant: gesperrtes Konto, unbezahlte Rechnung, Streit mit dem Dienstleister.
Zwei Kopien am selben Ort sind eine Kopie. Wenn der Server weg ist, sind beide weg.
Eine Kopie, die niemand außer einer einzigen Person erreichen kann, ist im Urlaub dieser Person nicht vorhanden.
Warum die Sicherung beim Hoster nicht genügt
Fast jedes Hosting-Paket wirbt heute mit täglichen Backups, und die sind auch echt. Sie haben nur drei Eigenschaften, die man kennen muss. Erstens gehören sie dem Anbieter: Endet der Vertrag, endet der Zugriff, meist sofort. Zweitens reichen sie oft nur wenige Tage zurück. Drittens sind sie an das System gebunden, in dem sie entstanden sind, und lassen sich nicht ohne Weiteres woanders einspielen.
Das macht sie nicht wertlos, im Gegenteil: Für den häufigsten Fall, das schiefgegangene Update von vorgestern, sind sie das schnellste Werkzeug überhaupt. Sie sind nur keine Versicherung gegen den Verlust des Anbieters selbst. Wer bei der Wahl des Hosting-Anbieters noch am Anfang steht, sollte die Frage nach den Sicherungen von vornherein stellen.
Praxistipp: Fragen Sie Ihren Hoster zwei Dinge schriftlich: Wie weit reichen die Sicherungen zurück, und wie lade ich eine davon als Datei herunter? Wenn die zweite Frage nicht beantwortet werden kann, brauchen Sie eine eigene Kopie.
Der Tag, an dem sie zählt: die Wiederherstellung
Hier liegt die eigentliche Lücke. Eine Sicherung anzulegen ist eine Einstellung, die einmal gesetzt wird. Eine Sicherung zurückzuholen ist ein Vorgang mit mehreren Schritten, und niemand führt ihn zum ersten Mal an dem Tag gut aus, an dem die Seite offline ist und das Telefon klingelt.
Deshalb gehört zu jeder Sicherung eine Probe. Nicht auf der laufenden Seite, sondern in einer Testumgebung, die die meisten Hoster mit einem Klick anbieten. Sie spielen die Kopie dort ein und sehen nach, ob die Startseite steht, die Bilder da sind, das Kontaktformular abschickt und die Buchung funktioniert. Rechnen Sie mit einer halben bis einer Stunde. Einmal im Jahr genügt, und einmal nach jedem größeren Umbau.
Kopie einspielen und mitschreiben, wie lange es gedauert hat. Diese Zahl ist Ihre Antwort auf die Frage „wann sind wir wieder online“.
Die fünf wichtigsten Seiten aufrufen, nicht nur die Startseite.
Ein Formular absenden und prüfen, ob die Nachricht ankommt.
Notieren, welche Zugänge Sie unterwegs gebraucht haben. Genau die fehlen im Ernstfall.

Was beim Zurückholen regelmäßig fehlt
In der Praxis scheitert eine Wiederherstellung selten an den Daten. Sie scheitert an Dingen, die niemand zur Website zählt, die aber dazugehören.
Das Passwort für die Domainverwaltung, die beim vorigen Dienstleister liegt.
Der Zugang zum Mail-Konto, an das alle Bestätigungen gehen, weil dieses Konto auf der ausgefallenen Domain läuft.
Die Lizenzschlüssel für gekaufte Erweiterungen, ohne die die Seite nach dem Einspielen halb funktioniert.
Das Wissen, welche Einstellung nach dem Einspielen von Hand nachgezogen werden muss, etwa die Anbindung an ein Buchungssystem.
Alle diese Punkte kosten Minuten, wenn sie notiert sind, und Tage, wenn nicht. Eine Seite in einem Dokument, in dem steht, wo die Seite liegt, wer Zugriff hat und wo die Sicherungen stehen, ist der billigste Teil der ganzen Strategie.
Praxistipp: Legen Sie neben die Sicherung eine kurze Notiz mit dem Datum der letzten geprobten Wiederherstellung. Solange dieses Datum älter als ein Jahr ist, wissen Sie, dass Sie ungeprüft unterwegs sind.
In zwanzig Minuten prüfen, wie Sie dastehen
Sie brauchen keinen Techniker, um den eigenen Stand festzustellen. Vier Fragen genügen, und jede davon lässt sich heute noch beantworten.
Wo liegt die letzte Sicherung meiner Seite, und von welchem Tag ist sie?
Enthält sie Dateien und Datenbank, oder nur eines von beidem?
Kann ich eine Kopie davon herunterladen, ohne jemanden zu fragen?
Wann hat zuletzt jemand ausprobiert, sie zurückzuholen?
Wer bei Frage eins ins Stocken kommt, hat kein Backup-Problem, sondern ein Zuständigkeitsproblem. Das ist die bessere Nachricht, denn es lässt sich in einem Telefonat klären.
Wichtige Erkenntnisse
Punkt | Was zu tun ist |
Vollständigkeit | Prüfen, dass Dateien und Datenbank gesichert werden, nicht nur eines von beidem. |
Takt | Am möglichen Datenverlust ausrichten: wöchentlich bei statischen Seiten, täglich bei Formularen. |
Aufbewahrung | Mindestens vier Wochen zurückreichen, damit spät entdeckte Schäden noch heilbar sind. |
Zweiter Ort | Eine Kopie außerhalb des Hosters ablegen, im eigenen Cloudspeicher oder im Büro. |
Probe | Einmal im Jahr eine Wiederherstellung in einer Testumgebung durchspielen und die Dauer notieren. |
Dokumentation | Zugänge, Speicherort und Datum der letzten Probe an einer Stelle festhalten. |
Was das in der Praxis heißt
Für die meisten kleinen Betriebe ist das eine Aufgabe von zwei Stunden, einmalig, plus einer Stunde im Jahr. Der Takt wird beim Hoster eingestellt, die Kopie außer Haus läuft entweder über eine Erweiterung in den eigenen Cloudspeicher oder über einen manuellen Download im Quartal. Die Notiz mit den Zugängen entsteht nebenbei, während Sie das einrichten. Wer das hinter sich hat, wird nie merken, dass es sich gelohnt hat, außer an dem einen Tag.
Was Sie nicht beeinflussen können, ist der Rest: ob Ihr Anbieter einen Ausfall hat, wie lange er braucht, ob ein Update einer fremden Erweiterung Ihre Seite zerlegt. Sie können auch nicht verhindern, dass eine Wiederherstellung Zeit kostet, in der die Seite nicht erreichbar ist. Was in Ihrer Hand liegt, ist allein die Länge dieser Zeit. Und wenn Sie personenbezogene Daten verarbeiten, etwa Formularanfragen, gehört die Verfügbarkeit dieser Daten ohnehin zu Ihren Pflichten; die Einzelheiten dazu klärt eine Rechtsberatung, dieser Artikel ersetzt sie nicht.
Wenn Sie nicht wissen, wo Ihre Sicherung liegt
Dann ist das der übliche Zustand, und es ist in einem Gespräch geklärt. Wir sehen nach, was Ihr Anbieter tatsächlich sichert, wie weit es zurückreicht und wo die zweite Kopie sinnvoll liegt. Ein Erstgespräch dauert fünfzehn Minuten und ist kein Verkaufsgespräch.
Wer die Pflege nicht selbst übernehmen will, gibt sie ab: Im Paket Sichtbar für 150 Euro netto im Monat halten wir Seite und Sicherung im Blick, spielen Updates ein und legen vorher die Kopie an, die man dann hoffentlich nicht braucht.
Nützliche Quellen
Häufige Fragen
Reicht das Backup meines Hosters nicht aus?
Für den häufigsten Fall reicht es: ein Update von vorgestern zurücknehmen. Es reicht nicht, wenn Sie den Zugang zum Anbieter verlieren oder ein Schaden erst nach Wochen auffällt. Eine zweite Kopie außer Haus schließt genau diese Lücke.
Wie oft soll ich sichern?
So oft, dass der Verlust seit der letzten Sicherung erträglich ist. Bei einer Seite ohne Formulare und mit seltenen Änderungen genügt wöchentlich, bei Anfragen oder Buchungen sollte es täglich sein. Zusätzlich immer vor einem Update oder Umbau.
Wie lange muss ich Sicherungen aufbewahren?
Vier Wochen sind ein brauchbares Minimum. Der Grund ist nicht der große Ausfall, sondern der kleine: fremde Links, ein gelöschter Textabschnitt, ein kaputtes Formular. Solche Dinge fallen oft erst nach Tagen auf.
Was kostet eine ordentliche Sicherung?
Meist nichts zusätzlich, weil Hoster und Redaktionssysteme das mitbringen. Was kostet, ist die Zeit für die Einrichtung und die jährliche Probe, in der Größenordnung von zwei bis drei Stunden im ersten Jahr. Im Paket Sichtbar für 150 Euro netto im Monat ist die Betreuung enthalten.
Was heißt es, eine Wiederherstellung zu proben?
Sie spielen eine Sicherung nicht auf der echten Seite ein, sondern in einer Testumgebung, die viele Hoster auf Knopfdruck anlegen. Dort prüfen Sie, ob Seiten, Bilder und Formulare funktionieren. Danach löschen Sie die Testumgebung wieder.
Meine Seite steht bei einem Baukasten-Anbieter. Muss ich trotzdem etwas tun?
Sie können dort meist nicht selbst sichern, deshalb bleiben zwei Dinge: klären, wie weit die Sicherungen des Anbieters zurückreichen, und die eigenen Inhalte, also Texte und Bilder, zusätzlich in den Firmenordnern haben. Damit ist ein Neuaufbau eine Sache von Tagen statt Wochen.
Wie lange dauert es, eine Seite zurückzuholen?
Wenn die Sicherung vollständig ist und die Zugänge vorliegen, sind kleine Seiten in unter einer Stunde wieder online. Fehlt ein Zugang oder muss die Domain umgestellt werden, können Tage daraus werden. Die Probe verrät Ihnen, in welcher der beiden Welten Sie leben.
Brauche ich ein Backup, wenn meine Seite gehackt wurde?
Ja, und zwar eines, das älter ist als der Einbruch. Deshalb ist die Aufbewahrungsdauer so wichtig: Wer nur die letzte Sicherung hat, stellt den bereits befallenen Zustand wieder her. Vor der Wiederherstellung sollte zudem die Ursache geschlossen werden, sonst wiederholt sich der Fall.
Gehören E-Mails auch dazu?
Sie gehören nicht zur Website, aber in dieselbe Überlegung. Postfächer liegen meist beim selben Anbieter, und im Störfall fehlt mit der Seite auch der Mailzugang. Ein zweites, unabhängiges Postfach für Notfälle ist eine Viertelstunde Arbeit.
Wer ist bei uns eigentlich zuständig?
Das ist die Frage, an der es in kleinen Betrieben meist hängt. Zuständig ist entweder der Betrieb selbst, der Hoster im Rahmen seines Tarifs oder eine Agentur im Rahmen eines Wartungsvertrags. Wichtig ist nur, dass diese Antwort aufgeschrieben ist und nicht angenommen wird.
Passend dazu
Die laufende Pflege Ihrer Seite übernehmen wir im Paket Sichtbar. Passend dazu: Website-Wartung: was dahinter steckt, Hosting: worauf es bei kleinen Seiten ankommt und HTTPS: Pflicht, nicht Kür.

