24.09.2026
Websites
Website-Wartung: was dazugehört und was sie kostet
Was ein Wartungsvertrag für die Website enthalten muss: Updates, Sicherungen, Erreichbarkeit, Inhalte. Mit Kosten und den Fragen vor der Unterschrift.

„Wartung" steht bei vielen Betrieben als Posten auf der Agenturrechnung, und kaum jemand kann sagen, was dafür passiert. Solange die Website läuft, fällt das nicht auf. Es fällt an dem Tag auf, an dem sie nicht mehr läuft, und dann ist die erste Frage: Wer ist dafür eigentlich zuständig?
Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal aufstellt. Sie steht auf fremder Software, die sich weiterentwickelt, auf einem Server, der ausfallen kann, und sie zeigt Angaben, die veralten: Öffnungszeiten, Preise, Mitarbeiter, Leistungen. All das zusammen ist Wartung.
Dieser Text beschreibt, was in einen Wartungsvertrag gehört, woran man einen erkennt, der nur aus Papier besteht, und welche Fragen Sie vor der Unterschrift stellen sollten.
Stand: September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Wartung besteht aus vier Teilen: technische Aktualisierungen, Sicherungen, Erreichbarkeit und Inhalte. Fehlt einer davon, ist der Vertrag unvollständig.
Eine Sicherung ist erst dann eine Sicherung, wenn die Wiederherstellung einmal geprobt wurde. Vorher ist sie eine Datei mit einem Versprechen.
Die meisten Ausfälle werden nicht vom Betrieb bemerkt, sondern von einem Kunden, der anruft. Eine automatische Erreichbarkeitsprüfung dreht diese Reihenfolge um.
Bei Baukastensystemen wie Framer, Wix oder Squarespace entfallen die Softwareupdates, die inhaltliche Pflege bleibt vollständig bestehen.
Fragen Sie vor der Unterschrift nach Reaktionszeit, Protokoll und Eigentum an den Zugängen. Wer darauf ausweicht, verkauft eine Pauschale ohne Inhalt.
Unsere laufende Betreuung beginnt bei 150 Euro netto im Monat im Paket Sichtbar.
Warum eine fertige Website nicht fertig ist
Der Satz „Die Seite ist online, jetzt haben wir Ruhe" stimmt ungefähr ein halbes Jahr lang. Danach beginnt die Website zu altern, und zwar an vier Stellen gleichzeitig: in der Software, mit der sie gebaut ist, auf dem Server, auf dem sie liegt, in den Angaben, die sie zeigt, und in den Erwartungen der Besucher, die inzwischen andere Seiten gewohnt sind.
Am sichtbarsten ist das Altern der Inhalte. Eine Praxis, die seit zwei Jahren eine ausgeschiedene Kollegin auf der Teamseite führt, verliert Vertrauen, ohne es zu merken. Ein Betrieb, der eine Leistung eingestellt hat, bekommt weiter Anfragen dazu und muss sie am Telefon abwehren. Das kostet Zeit, jede Woche.
Wartung ist deshalb kein technischer Randposten, sondern die Arbeit, die dafür sorgt, dass die Website weiter das tut, wofür sie gebaut wurde.
Teil eins: die technischen Aktualisierungen
Wenn Ihre Website auf WordPress, TYPO3 oder einem ähnlichen System läuft, besteht sie aus einem Kern, einem Design und einer Reihe von Erweiterungen. Alle drei bekommen Aktualisierungen, und zwar nicht nach Plan, sondern dann, wenn der jeweilige Hersteller sie herausgibt. Ein Teil davon schließt Sicherheitslücken.
Das Heikle daran ist nicht das Einspielen, sondern die Reihenfolge und die Prüfung danach. Eine Erweiterung, die nach dem Update mit dem Kern nicht mehr zusammenarbeitet, legt im schlimmsten Fall das Kontaktformular lahm. Das merkt niemand, weil ein kaputtes Formular keine Fehlermeldung erzeugt, sondern einfach keine E-Mail mehr schickt.
Aktualisierungen einspielen, Sicherheitslücken zuerst
danach die wichtigen Seiten aufrufen und ansehen
Kontaktformular tatsächlich absenden, nicht nur anschauen
prüfen, ob die Bestätigungsmail ankommt
auf dem Handy gegenprüfen, nicht nur am Rechner
Bei Baukastensystemen und bei Framer entfällt dieser Teil weitgehend, weil der Anbieter die Software selbst aktuell hält. Das ist ein echter Vorteil, er betrifft aber nur einen der vier Teile.
Praxistipp: Lassen Sie sich einmal im Quartal einen Testeintrag über Ihr eigenes Kontaktformular schicken. Wenn er nicht ankommt, wissen Sie es, bevor es ein Kunde für Sie herausfindet.

Teil zwei: Sicherungen, die man wiederherstellen kann
Fast jeder Hoster wirbt mit Sicherungen, und fast jeder Kunde hat noch nie eine zurückgespielt. Genau dort liegt das Problem. Eine Sicherung, deren Wiederherstellung nie geprobt wurde, ist ein Versprechen, kein Zustand.
Drei Angaben machen den Unterschied. Erstens: Wie oft wird gesichert? Täglich ist für eine Seite mit laufenden Anfragen der Normalfall. Zweitens: Wie weit reicht die Sicherung zurück? Wenn nur die letzten sieben Tage vorliegen, ein Schaden aber erst nach drei Wochen auffällt, ist der Bestand wertlos. Drittens: Liegt die Sicherung am selben Ort wie die Website? Wenn ja, trifft ein Problem beim Anbieter beides gleichzeitig.
Die letzte Zeile ist die wichtigste und zugleich die, bei der die Antworten am vagsten werden. Bestehen Sie darauf.
Frage | Brauchbare Antwort |
Wie oft wird gesichert? | täglich, automatisch |
Wie weit reicht es zurück? | mindestens 30 Tage |
Wo liegt die Sicherung? | getrennt vom Webserver |
Was ist enthalten? | Dateien und Datenbank |
Wurde sie je zurückgespielt? | ja, mit Datum belegbar |
Teil drei: Erreichbarkeit, bevor der Kunde anruft
Ein Ausfall dauert selten lange. Er dauert genau so lange, bis jemand ihn bemerkt. Ohne Überwachung ist dieser Jemand in aller Regel ein Kunde, der es Ihnen bei Gelegenheit erzählt, oder schlimmer: der es niemandem erzählt und stattdessen den nächsten Anbieter anruft.
Eine automatische Prüfung ruft die Seite alle paar Minuten auf und schickt eine Nachricht, wenn sie nicht antwortet. Dazu gehört auch die Laufzeit des Sicherheitszertifikats. Zertifikate von Let's Encrypt gelten 90 Tage und erneuern sich normalerweise von selbst; wenn diese Erneuerung stillschweigend scheitert, zeigt der Browser ab dem 91. Tag eine Warnung an, und der Besucher ist weg, bevor er Ihre Startseite gesehen hat.
Praxistipp: Prüfen Sie, an welche Adresse die Warnmeldungen gehen. In vielen Betrieben laufen sie auf ein Postfach, das seit dem letzten Personalwechsel niemand mehr öffnet.
Teil vier: die Inhalte, die keiner im Vertrag findet
Der technische Teil der Wartung lässt sich leicht beschreiben und deshalb leicht verkaufen. Der inhaltliche Teil ist der, der über die Wirkung entscheidet, und genau der fehlt in den meisten Verträgen oder steht als „Pflege nach Aufwand" darin.
Zur inhaltlichen Pflege gehört wenig Spektakuläres: Öffnungszeiten vor Feiertagen anpassen, ausgeschiedene Mitarbeiter entfernen, neue Leistungen aufnehmen, Preise korrigieren, tote Verweise ersetzen, das Impressum nachziehen, wenn sich die Rechtsform ändert. Einzeln sind das Minuten. Zusammen ist es der Unterschied zwischen einer gepflegten und einer vergessenen Seite.
Öffnungszeiten, auch die Sonderzeiten über Feiertage
Team, Leistungen, Preise
Impressum und Datenschutzerklärung bei Änderungen
Verweise, die ins Leere laufen
Bilder, die neue Räume oder Fahrzeuge zeigen

Woran man einen Vertrag ohne Inhalt erkennt
Es gibt eine einfache Probe. Fragen Sie, was im vergangenen Quartal konkret an Ihrer Website gemacht wurde. Wer Wartung betreibt, kann das in zwei Minuten beantworten, weil er es protokolliert. Wer eine Pauschale abrechnet, wird allgemein.
Drei weitere Punkte klären Sie am besten vor der Unterschrift: In welcher Zeit wird auf eine Störung reagiert, und gilt diese Zeit auch am Wochenende? Bekommen Sie eine Übersicht darüber, was gemacht wurde, und in welchem Abstand? Und laufen Domain, Hosting und die Zugänge zum System auf Ihren Namen oder auf den der Agentur?
Der dritte Punkt ist der wichtigste, weil er sich hinterher am schwersten korrigieren lässt. Eine Domain, die auf fremdem Namen steht, macht jeden Wechsel zu einer Verhandlung.
Was Wartung kostet und warum die Spanne so groß ist
Die Preise reichen von zweistelligen Monatsbeträgen bis in den hohen dreistelligen Bereich, und beides kann angemessen sein. Der Unterschied liegt darin, ob nur Technik abgedeckt ist oder auch Inhalte, und ob im Preis Arbeitszeit für Änderungen enthalten ist oder jede Anpassung einzeln berechnet wird.
Bei uns beginnt die laufende Betreuung im Paket Sichtbar bei 150 Euro netto im Monat. Darin steckt die Pflege der Website ebenso wie die des Google-Unternehmensprofils, weil beides zusammen gehört: Eine gepflegte Website nützt wenig, wenn im Profil noch die alte Telefonnummer steht. Umfangreichere Pakete mit eigenen Inhalten und mehr Arbeitszeit liegen darüber.
Rechnen Sie die Alternative gegen: Eine Wiederherstellung nach einem Einbruch in die Website kostet schnell mehrere Tagessätze, und die Zeit, in der die Seite als gefährlich markiert ist, kostet Anfragen.
Enthalten? | Worauf Sie achten |
Updates und Prüfung | mit Funktionstest, nicht nur eingespielt |
Sicherungen | Häufigkeit, Aufbewahrung, getrennter Ort |
Erreichbarkeitsprüfung | inklusive Zertifikatslaufzeit |
Inhaltliche Änderungen | Stundenanteil pro Monat, schriftlich |
Protokoll | fester Abstand, ohne Nachfragen |
Wichtige Erkenntnisse
Punkt | Was zu tun ist |
Updates | Nach jedem Update Formular und wichtige Seiten prüfen |
Sicherung | Wiederherstellung einmal proben und das Datum notieren |
Erreichbarkeit | Automatische Prüfung einrichten, Empfänger kontrollieren |
Zertifikat | Laufzeit überwachen, 90 Tage sind schnell vorbei |
Inhalte | Feste Runde pro Quartal: Zeiten, Team, Leistungen, Preise |
Vertrag | Reaktionszeit, Protokoll und Eigentum der Zugänge klären |
Was das in der Praxis heißt
Wenn Sie heute nur eine Sache tun wollen, dann diese: Schreiben Sie auf, wer für Ihre Website zuständig ist, wo sie liegt, wer die Zugänge hat und wann zuletzt gesichert wurde. In vielen Betrieben scheitert die Reparatur nicht an der Technik, sondern daran, dass im Ernstfall niemand weiß, bei welchem Anbieter die Seite überhaupt liegt und wer dort Kunde ist.
Was Sie nicht beeinflussen können, ist ebenso wichtig zu wissen. Sie bestimmen nicht, wann ein Hersteller ein Update herausgibt oder wie lange ein Rechenzentrum für eine Störung braucht. Sie bestimmen auch nicht, ob eine Erweiterung, auf die Ihre Seite angewiesen ist, irgendwann eingestellt wird. Wartung verhindert diese Ereignisse nicht. Sie sorgt dafür, dass sie bemerkt werden, solange sie noch klein sind, und dass es eine brauchbare Sicherung gibt, wenn sie es nicht mehr sind.
Wenn Sie nicht wissen, wer sich um Ihre Seite kümmert
Wir übernehmen die laufende Betreuung von Websites und Google-Profilen für Betriebe im Rheinland. Im Paket Sichtbar gehören Aktualisierungen, Sicherungen, die Erreichbarkeitsprüfung und die inhaltliche Pflege dazu, für 150 Euro netto im Monat, ohne lange Laufzeit.
Wenn Sie zuerst nur wissen wollen, wie Ihre Seite dasteht: Im Erstgespräch von fünfzehn Minuten sehen wir uns Hosting, Sicherungen und Zugänge an und sagen Ihnen, was fehlt. Das ist kein Verkaufsgespräch, und Sie bekommen die Antwort auch dann, wenn Sie danach selbst weitermachen.
Nützliche Quellen
Häufige Fragen
Wie oft muss eine Website gewartet werden?
Sicherheitsupdates gehören zeitnah eingespielt, im Zweifel innerhalb weniger Tage. Die inhaltliche Durchsicht reicht einmal im Quartal, solange sich im Betrieb nichts Grundsätzliches ändert. Bei neuen Leistungen, Preisen oder Personalwechseln ändern Sie sofort, nicht beim nächsten Termin.
Brauche ich Wartung, wenn meine Seite mit einem Baukasten gebaut ist?
Die Softwareupdates übernimmt der Anbieter, das stimmt. Inhalte, Öffnungszeiten, Verweise und die rechtlichen Angaben bleiben trotzdem Ihre Aufgabe. Auch die Frage, ob das Kontaktformular noch zustellt, beantwortet der Baukasten nicht von selbst.
Was kostet Website-Wartung im Monat?
Die Spanne ist groß, weil der Umfang sehr unterschiedlich ist. Reine Technikpakete gibt es günstig, sie decken aber keine inhaltlichen Änderungen ab. Unsere laufende Betreuung beginnt bei 150 Euro netto im Monat und schließt die Pflege des Google-Profils mit ein.
Was passiert, wenn ich gar nichts mache?
Meistens lange nichts, und dann alles auf einmal. Typische Folgen sind eine veraltete Erweiterung, über die jemand Schadcode einschleust, ein abgelaufenes Zertifikat mit Browserwarnung oder ein Formular, das seit Monaten stumm Anfragen verschluckt. Alle drei bemerkt man ohne Überwachung spät.
Wer haftet, wenn die Seite gehackt wird?
Das hängt vom Vertrag ab und lässt sich nicht pauschal beantworten. Verantwortlich für die Inhalte und die Datenverarbeitung bleiben Sie als Betreiber. Klären Sie schriftlich, welche Absicherung Ihre Agentur schuldet und was im Schadensfall zu welchem Preis passiert. Das ersetzt keine Rechtsberatung.
Kann ich die Wartung selbst machen?
Technisch ja, wenn Sie sich mit dem System auskennen und die Zeit dafür einplanen. Rechnen Sie mit ein bis zwei Stunden im Monat für eine kleine Seite, mehr nach größeren Updates. Der übliche Stolperstein ist nicht das Können, sondern dass es im Tagesgeschäft liegen bleibt.
Wie erkenne ich, ob meine Agentur wirklich etwas tut?
Fragen Sie nach einem Protokoll der letzten drei Monate mit Datum und Vorgang. Wer wartet, hat das vorliegen. Bekommen Sie stattdessen eine allgemeine Beschreibung des Leistungsumfangs, ist die Frage nicht beantwortet.
Gehört SEO zur Wartung?
Nein, das sind zwei verschiedene Dinge. Wartung hält den Zustand, Sichtbarkeitsarbeit verbessert ihn: neue Inhalte, Ortsseiten, Profilpflege, Bewertungen. Manche Pakete fassen beides zusammen, dann sollte im Angebot stehen, welcher Anteil auf was entfällt.
Was ist mit der Barrierefreiheit und anderen rechtlichen Änderungen?
Rechtliche Anforderungen ändern sich, und die Website muss nachziehen. Ein Wartungsvertrag sollte deshalb regeln, wer solche Änderungen beobachtet und wer sie umsetzt. Ob Ihr Betrieb betroffen ist, klären Sie im Zweifel juristisch.
Was muss ich herausgeben, wenn ich die Agentur wechsle?
Nichts, Sie sollten es umgekehrt einfordern: Zugänge zum System, Domainverwaltung, Hosting, Bilddateien und eine aktuelle Sicherung. Klären Sie das vor der Kündigung, nicht danach. Steht die Domain auf fremdem Namen, beginnt der Wechsel genau dort.
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