
Wer abends um zehn nach einem Restaurant sucht, will drei Dinge wissen: ob offen ist, was es kostet und ob noch ein Tisch frei ist. Die meisten Gastro-Websites beginnen stattdessen mit einer Geschichte über Leidenschaft und regionale Zutaten.
Das ist schön geschrieben und interessiert vor der ersten Reservierung fast niemanden.
Das Wichtigste in Kürze
Die Speisekarte gehört als Text auf die Seite, nicht als PDF.
Öffnungszeiten müssen auf Website, Google-Profil und Social Media übereinstimmen.
Reservieren muss in zwei Klicks gehen, nicht über ein Kontaktformular.
Für Gastronomie entscheidet sich vieles im Google-Profil, bevor die Seite geöffnet wird.
Feiertage sind der häufigste und teuerste Pflegefehler.
Warum die Karte kein PDF sein darf
Ein PDF liest keine Suchmaschine vernünftig, und auf dem Handy liest es niemand freiwillig. Wer hineinzoomen und schieben muss, gibt nach zwanzig Sekunden auf.
Die Karte gehört als normaler Text auf die Seite, gegliedert nach Gängen, mit Preisen. Damit wird sie gefunden, wenn jemand nach einem Gericht sucht, und sie lässt sich auf dem Handy lesen.
Praxistipp: Bauen Sie die Karte so ein, dass Sie Preise selbst ändern können. Eine Karte, für die man den Dienstleister anrufen muss, ist nach einem halben Jahr veraltet.
Öffnungszeiten an drei Stellen gleich
Website, Google-Profil und Instagram zeigen bei erstaunlich vielen Betrieben unterschiedliche Zeiten. Das kostet nicht nur Gäste, sondern bringt schlechte Bewertungen von Leuten, die vor verschlossener Tür standen.
Legen Sie eine Quelle fest, die stimmt, und gleichen Sie die anderen daran an. Vor jedem Feiertag gehört eine Minute Pflege dazu, Google fragt sogar von selbst nach.
Reservierung in zwei Klicks
Ein Kontaktformular, dessen Antwort am nächsten Tag kommt, ist keine Reservierung. Bis dahin ist der Abend verplant. Sinnvoll ist eines von dreien:
Ein Reservierungssystem, das freie Zeiten sofort anzeigt
Eine Telefonnummer, die auf dem Handy direkt wählbar ist
Eine Nachricht per Messenger, wenn ohnehin jemand mitliest
Wichtig ist, dass der Weg auf dem Handy ohne Umweg funktioniert und dass klar ist, wie schnell geantwortet wird.
Bilder, die den Unterschied machen
Essensfotos gibt es überall. Was fehlt, sind Bilder, die die Frage beantworten: Wie ist es dort?
Der Raum, wie er an einem normalen Abend aussieht
Die Terrasse, wenn es eine gibt, mit Sonne und mit Schatten
Der Eingang, damit man das Haus findet
Die Menschen, die bedienen
Zwei bis drei Gerichte, ehrlich fotografiert, so wie sie ankommen
Das Google-Profil ist die halbe Miete
In der Gastronomie entscheidet sich vieles direkt in der Suche: Fotos, Bewertungen, Öffnungszeiten, Preisniveau, die Frage nach Reservierung. Viele Gäste öffnen die Website gar nicht.
Deshalb gehört das Profil vollständig gepflegt: richtige Kategorie, also nicht nur „Restaurant", sondern die Küche, dazu Speisekarte, aktuelle Bilder und beantwortete Bewertungen.
Praxistipp: Tragen Sie die Küche als Hauptkategorie ein. Gesucht wird nach „griechisch" oder „vietnamesisch" mit Ort, kaum nach „Restaurant".
Was sonst noch gefragt wird
Vier Angaben, die auf fast jeder Seite fehlen und ständig telefonisch erfragt werden:
Frage | Wo die Antwort hingehört |
Gibt es Parkplätze | Auf die Kontaktseite, mit Entfernung |
Sind Hunde erlaubt | In die Kurzinfos oben |
Gibt es vegetarische Gerichte | In die Karte, gekennzeichnet |
Kann man mit Karte zahlen | In die Kurzinfos und ins Google-Profil |
Wichtige Erkenntnisse
Punkt | Was zu tun ist |
Karte | Als Text auf die Seite, selbst pflegbar |
Zeiten | Überall gleich, Feiertage vorher eintragen |
Reservierung | Zwei Klicks, auf dem Handy geprüft |
Profil | Küche als Hauptkategorie, Bilder aktuell |
Kurzinfos | Parken, Hunde, Karte, Vegetarisches sichtbar machen |
Was das in der Praxis heißt
Die Reihenfolge ist bei Gastronomie fast immer dieselbe: zuerst das Google-Profil, dann die Karte auf der Website, dann alles andere. Wer nur eines davon macht, sollte das Profil nehmen.
Was die meisten unterschätzen: Diese Arbeit fällt jeden Monat wieder an. Neue Karte, neue Fotos, Feiertage, Bewertungen. Es ist keine einmalige Aufgabe.
Wie wir das machen
Ein Beispiel aus der Gastronomie steht in der Fallstudie zur Taverne im Pohlhof. Für Betriebe mit Küche gibt es eine eigene Seite: Webdesign für Gastronomie.
Die laufende Pflege des Profils steckt im Paket Sichtbar.
Nützliche Quellen
Häufige Fragen
Reicht Instagram statt einer Website?
Für Stammgäste ja. Wer neu sucht, landet bei Google, nicht bei Instagram. Beides zusammen wirkt, eins allein selten.
Wie oft sollte die Karte aktualisiert werden?
Bei jeder Preisänderung. Eine Karte mit falschen Preisen ärgert Gäste mehr als eine schlichte Darstellung.
Lohnt sich ein Lieferdienst-Anschluss?
Das ist eine betriebswirtschaftliche Frage, keine der Website. Wenn ja, gehört der Weg dorthin sichtbar auf die Seite.
Brauche ich professionelle Food-Fotos?
Für die Karte nicht zwingend. Ehrliche Bilder bei Tageslicht wirken oft besser als aufwendige Inszenierungen, die anders aussehen als der Teller.
Passend dazu
Mehr dazu auf Webdesign für Gastronomie. Wie Sie im Kartenkasten auftauchen, steht in Google Maps Ranking.


