12.09.2026
Sichtbarkeit
Die drei über Ihnen: Konkurrenzanalyse in einer Stunde
Wie Sie in 60 Minuten herausfinden, warum drei Wettbewerber vor Ihnen stehen. Mit den Punkten, die zählen, und den Schlüssen, die regelmäßig falsch sind.

Sie tippen Ihre eigene Leistung mit Ortsnamen bei Google ein und finden im Kartenblock drei andere Betriebe. Nicht die, die Sie für die stärksten halten, sondern drei Namen, über die Sie sich seit Monaten wundern. Die Frage, die danach kommt, ist immer dieselbe: Was machen die anders?
Die Antwort steht meistens offen sichtbar auf dem Bildschirm. Google zeigt an einem Unternehmensprofil fast alles, was für die Platzierung eine Rolle spielt, und eine Website verrät ihre Struktur in wenigen Minuten. Man muss nur wissen, wohin man schaut und welche Beobachtung man getrost wieder vergessen kann.
Dieser Artikel führt Sie durch eine Analyse, die in etwa 60 Minuten fertig ist. Sie brauchen dafür keine bezahlten Werkzeuge, keinen Zugang zu fremden Konten und keine Vorkenntnisse. Am Ende haben Sie eine Liste mit drei bis fünf Dingen, die Sie selbst ändern können.
Stand: September 2026
Das Wichtigste in Kürze
Vergleichen Sie nur Betriebe, die bei Ihrem wichtigsten Suchbegriff und Ihrem Ort tatsächlich über Ihnen stehen, nicht die, die Sie für Konkurrenz halten.
Am fremden Google-Profil sind Hauptkategorie, Bewertungsanzahl, Antwortverhalten, Fotomenge und Leistungsliste ohne Hilfsmittel ablesbar.
Auf der Website zählen vor allem eigene Seiten je Leistung, Ortsbezug im Text und die Frage, wie schnell ein Besucher die Telefonnummer findet.
Die häufigsten Fehlschlüsse: Sie sehen Ihre eigene Suche mit Ihrem Standort, Sie vergleichen ungleiche Betriebsgrößen und Sie halten Werbeanzeigen für Platzierungen.
Suchen Sie nach Unterschieden, die Sie beeinflussen können. Die Nähe zum Ortsmittelpunkt und das Alter eines Profils gehören nicht dazu.
Einmal im Quartal genügt. Wer wöchentlich vergleicht, misst vor allem Schwankungen der Suchergebnisse.
Suchen Sie zuerst richtig, sonst vergleichen Sie Gespenster
Google zeigt Ihnen nicht dieselben Ergebnisse wie Ihrem Kunden. Die Suche hängt am Standort des Geräts, am Suchverlauf und an der Sprache. Wenn Sie in Ihrer Werkstatt nach „Kfz Werkstatt Monheim" suchen, stehen Sie oft weiter oben, als es der Realität entspricht, weil das Gerät direkt bei Ihnen steht.
Öffnen Sie deshalb ein privates Fenster und melden Sie sich aus dem Google-Konto ab. Das entfernt den Suchverlauf, aber nicht den Standort. Für den Ortsbezug hilft ein zweiter Blick über Google Maps: Ziehen Sie die Karte auf den Stadtteil, in dem Ihre Kunden wohnen, und suchen Sie dort erneut.
Privates Fenster öffnen und aus dem Google-Konto abmelden
Den Suchbegriff eintippen, den ein Kunde benutzt, nicht Ihren Fachbegriff
Ortsnamen dazuschreiben, so wie Kunden ihn schreiben würden
Die Suche in Google Maps wiederholen und die Karte auf Ihr Einzugsgebiet ziehen
Notieren Sie sich die drei Betriebe, die im Kartenblock über Ihnen stehen, und die drei ersten normalen Treffer darunter. Mehr brauchen Sie nicht. Wer zehn Wettbewerber vergleicht, hört nach dem vierten auf.
Praxistipp: Machen Sie von jedem Suchergebnis einen Bildschirmabzug mit Datum. Beim nächsten Vergleich im Quartal sehen Sie dann Bewegung statt Momentaufnahme.
Was am fremden Google-Profil offen liegt
Das Unternehmensprofil ist die ergiebigste Quelle, weil es öffentlich ist und weil die meisten Betriebe es halbfertig stehen lassen. Klicken Sie jedes der drei Profile an und gehen Sie dieselben Punkte in derselben Reihenfolge durch. Die Hauptkategorie steht direkt unter dem Namen des Betriebs.
Die Hauptkategorie ist der wichtigste einzelne Punkt. Steht dort etwas anderes als bei Ihnen, obwohl Sie dieselbe Leistung anbieten, ist das ein prüfbarer Hinweis. Google ordnet Profile über diese Kategorie einer Suchanfrage zu, und ein falsch gewählter Eintrag kostet Sichtbarkeit, ohne dass irgendwo eine Warnung erscheint.
Beim Antwortverhalten lohnt der Blick auf die letzten fünf Rezensionen. Antwortet der Inhaber dort innerhalb weniger Tage, arbeitet jemand regelmäßig am Profil. Das erklärt oft mehr als jede Vermutung über Werbebudgets.
Was Sie ansehen | Woran Sie es erkennen | Was es Ihnen sagt |
Hauptkategorie | Zeile unter dem Firmennamen | Ob der Betrieb für Ihre Leistung überhaupt der richtige Vergleich ist |
Bewertungen | Zahl und Durchschnitt oben | Wie viel Vertrauen sichtbar ist und wie aktiv gesammelt wird |
Antworten des Inhabers | Text unter einzelnen Rezensionen | Ob das Profil gepflegt wird oder nur existiert |
Fotos | Reiter Fotos, Datum der neuesten Bilder | Ob frisches Material nachkommt |
Leistungen und Produkte | Eigener Abschnitt im Profil | Welche Begriffe der Betrieb bei Google hinterlegt hat |
Beiträge | Abschnitt Updates | Ob jemand regelmäßig am Profil arbeitet |

Zehn Minuten reichen für die fremde Website
Auf der Website des Wettbewerbers interessiert Sie nicht die Gestaltung. Interessant ist die Struktur, also die Frage, wie viele eigene Seiten es gibt und wofür. Ein Betrieb mit einer Seite pro Leistung hat schlicht mehr Anknüpfungspunkte für die Suche als einer mit einer Sammelseite „Unsere Leistungen".
Wie viele Menüpunkte gibt es, und heißen sie nach den Leistungen oder nach internen Begriffen?
Gibt es eigene Seiten für einzelne Leistungen oder eine Seite für alles?
Kommt der Ortsname im Seitentitel vor, also in der Zeile, die im Suchergebnis steht?
Wie viele Klicks bis zur Telefonnummer, und steht sie auf dem Handy oben?
Gibt es Referenzen, Preise oder Antworten auf häufige Fragen?
Für die Seitenzahl gibt es einen schnellen Weg: Geben Sie bei Google „site:" gefolgt von der Domain ein, ohne Leerzeichen dazwischen. Sie sehen dann ungefähr, wie viele Seiten dieser Website bei Google bekannt sind. Zwölf gepflegte Seiten schlagen dabei regelmäßig eine Startseite mit langem Fließtext.
Praxistipp: Rufen Sie jede fremde Website einmal auf dem Handy auf. Mehr als die Hälfte der lokalen Suchen kommt vom Telefon, und dort trennt sich brauchbar von unbrauchbar innerhalb von drei Sekunden.
Welche Schlüsse regelmäßig falsch sind
Die häufigste Fehldeutung betrifft Werbeanzeigen. Was oben mit dem Hinweis „Gesponsert" steht, ist gekaufte Fläche und sagt über die Platzierung in der normalen Suche nichts aus. Wer daraus ableitet, dass der Wettbewerber „besser bei Google" ist, zieht den falschen Schluss.
Die zweite Fehldeutung betrifft die Zahl der Bewertungen. Ein Betrieb mit 300 Rezensionen ist selten dreimal so gut wie einer mit 100, aber er sammelt seit Jahren systematisch. Die Menge ist ein Hinweis auf einen Ablauf im Betrieb, nicht auf Qualität.
Anzeigen sind keine Platzierungen, auch wenn sie über den Ergebnissen stehen
Ein alter Eintrag mit vielen Bewertungen ist kein Beweis für gute Arbeit an der Website
Die Entfernung zum Ortsmittelpunkt beeinflusst den Kartenblock und ist nicht änderbar
Ergebnisse schwanken auch ohne Anlass, ein einzelner Tag ist kein Trend
Ein Betrieb mit fünfzehn Mitarbeitern ist kein sinnvoller Maßstab für einen Zweipersonenbetrieb
Der sinnvollste Vergleich ist der mit dem Betrieb, der Ihnen in Größe und Leistung am ähnlichsten ist und trotzdem über Ihnen steht. Dort finden Sie Unterschiede, die Sie tatsächlich nachbauen können.
Die Stunde im Ablauf
Damit die Analyse nicht in eine Recherche ohne Ende kippt, arbeiten Sie mit einer festen Zeiteinteilung. Wenn ein Punkt länger dauert, notieren Sie ihn als offene Frage und gehen weiter.
Am Ende steht kein Bericht, sondern eine kurze Liste. Drei Punkte, die Sie in den nächsten vier Wochen erledigen, mit einem Namen dahinter. Alles darüber hinaus bleibt liegen, und das ist in Ordnung.
Zeit | Was Sie tun |
10 Minuten | Suchen wie ein Kunde, drei Wettbewerber im Kartenblock notieren |
20 Minuten | Die drei Google-Profile Punkt für Punkt durchgehen |
20 Minuten | Die drei Websites auf Struktur und Erreichbarkeit ansehen |
10 Minuten | Unterschiede aufschreiben und drei davon als Aufgabe festlegen |
Praxistipp: Legen Sie die Liste in denselben Ordner wie die Bildschirmabzüge. Beim nächsten Durchgang sehen Sie dann sofort, was Sie umgesetzt haben und was drei Quartale lang nur dastand.

Aus der Beobachtung wird erst durch Reihenfolge eine Aufgabe
Nicht jeder gefundene Unterschied ist gleich viel wert. Ordnen Sie Ihre Liste nach Aufwand und Wirkung, bevor Sie anfangen. Die Kategorie im eigenen Profil zu korrigieren dauert wenige Minuten und kann die Zuordnung zu einer Suchanfrage verändern. Eine neue Leistungsseite zu schreiben dauert einen halben Tag und wirkt erst nach Wochen.
Bei einem neu eingerichteten oder gerade korrigierten Google-Profil rechnen wir mit 2 bis 4 Wochen, bis sich etwas in den Ergebnissen zeigt. Bei einer neuen Unterseite auf der Website sind 3 bis 6 Monate realistisch, bis sie verlässlich Anfragen bringt. Wer nach zehn Tagen misst und nichts sieht, hat nicht das falsche Mittel gewählt, sondern zu früh geschaut.
Sofort: Kategorie, Öffnungszeiten, Telefonnummer, Leistungen im Profil ergänzen
Diese Woche: fünf Fotos hochladen, offene Rezensionen beantworten
Diesen Monat: eine eigene Seite für Ihre wichtigste Leistung anlegen
Dauerhaft: ein fester Ablauf, wie nach jedem Auftrag um eine Bewertung gebeten wird
Wann sich der Blick nach außen nicht lohnt
Es gibt einen Fall, in dem Sie sich die Stunde sparen können: wenn Ihr eigenes Profil noch Lücken hat. Fehlen Kategorie, Leistungen oder aktuelle Fotos, kennen Sie die Baustelle bereits. Dann ist der Vergleich mit anderen eine angenehme Beschäftigung, die vom Naheliegenden ablenkt.
Ebenso wenig lohnt der Vergleich, wenn Sie ohnehin ausgelastet sind und keine weiteren Anfragen bearbeiten können. Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck. Sinnvoll wird die Analyse, wenn Sie eine bestimmte Leistung ausbauen wollen oder wenn die Anfragen spürbar zurückgehen.
Wichtige Erkenntnisse
Punkt | Was zu tun ist |
Suchweise | Privates Fenster nutzen und die Karte auf das Einzugsgebiet ziehen |
Auswahl | Drei Wettbewerber aus dem Kartenblock, nicht zehn aus dem Bauch |
Google-Profil | Kategorie, Bewertungen, Antworten, Fotos und Leistungen vergleichen |
Website | Auf Seitenstruktur und Erreichbarkeit der Telefonnummer achten |
Fehlschlüsse | Anzeigen, Betriebsgröße und Entfernung aus der Bewertung herausnehmen |
Takt | Einmal im Quartal wiederholen und die alten Abzüge danebenlegen |
Was das in der Praxis heißt
In der Praxis liefert diese Stunde selten eine Überraschung, sondern eine Bestätigung mit Reihenfolge. Meistens stehen die drei Betriebe über Ihnen, weil jemand dort regelmäßig zwanzig Minuten in das Profil steckt: Fotos nachlegen, Rezensionen beantworten, Leistungen aktuell halten. Das ist kein Geheimnis und kein Budget, das ist ein Ablauf.
Was Sie nicht beeinflussen können, gehört ebenso auf die Liste. Die Entfernung Ihres Betriebs zum Ortsmittelpunkt wirkt im Kartenblock mit und lässt sich nicht verhandeln. Ein Wettbewerber, der seit zehn Jahren Bewertungen sammelt, hat einen Vorsprung, den Sie in einem Quartal nicht aufholen. Und wie Google gewichtet, verändert sich, ohne dass jemand Bescheid sagt. Rechnen Sie damit, dass sich Platzierungen bewegen, auch wenn Sie alles richtig machen. Was bleibt, ist der Teil, den Sie in der Hand haben, und der ist bei den meisten Betrieben größer als gedacht.
Wenn Sie den Vergleich lieber von außen hätten
Wir sehen uns Ihr Profil und die drei Betriebe über Ihnen an und sagen Ihnen, welche Unterschiede zählen und welche Sie ignorieren dürfen. Das Erstgespräch dauert fünfzehn Minuten und ist kein Verkaufsgespräch. Wenn Sie danach allein weiterarbeiten wollen, ist das ein gutes Ergebnis.
Wer die laufende Pflege abgeben möchte, findet sie im Paket Sichtbar für 150 Euro im Monat, netto, ohne lange Laufzeit. Darin stecken genau die Punkte, die in dieser Analyse regelmäßig als Unterschied auftauchen: Profil pflegen, Bewertungen einsammeln und beantworten, Inhalte aktuell halten.
Nützliche Quellen
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich die Konkurrenz ansehen?
Einmal im Quartal reicht für fast jeden lokalen Betrieb. Suchergebnisse schwanken von Tag zu Tag, ohne dass sich etwas Grundsätzliches geändert hat. Wer wöchentlich vergleicht, verwechselt Rauschen mit Entwicklung.
Warum stehe ich bei mir im Laden weiter oben als zu Hause?
Google bezieht den Standort des Geräts in lokale Ergebnisse ein. In unmittelbarer Nähe Ihres Betriebs sehen Sie deshalb ein zu freundliches Bild. Suchen Sie aus dem Stadtteil heraus, in dem Ihre Kunden wohnen.
Brauche ich ein bezahltes Werkzeug dafür?
Für diese Stunde nicht. Google-Suche, Google Maps und die Websites der Wettbewerber genügen. Bezahlte Werkzeuge lohnen sich erst, wenn Sie mehrere Standorte oder viele Suchbegriffe dauerhaft beobachten wollen.
Darf ich die Texte der Wettbewerber übernehmen?
Nein. Texte sind urheberrechtlich geschützt, und kopierte Inhalte helfen Ihnen in der Suche nicht weiter. Übernehmen Sie die Struktur, also welche Themen eine eigene Seite bekommen, und schreiben Sie Ihre eigenen Sätze.
Was mache ich, wenn ein Wettbewerber offensichtlich gekaufte Bewertungen hat?
Sie können die betreffenden Rezensionen bei Google melden. Rechnen Sie nicht mit schneller Reaktion und richten Sie Ihre eigene Arbeit nicht danach aus. Ein fester Ablauf, wie Sie selbst nach Bewertungen fragen, bringt mehr als jede Meldung.
Ich habe weniger Bewertungen. Ist die Sache damit verloren?
Nein. Die Anzahl ist ein Faktor unter mehreren, und sie wächst mit einem Ablauf, den Sie diese Woche festlegen können. Wichtiger als der Rückstand ist, ob neue Bewertungen regelmäßig hinzukommen.
Wie finde ich heraus, welche Suchbegriffe ich überhaupt prüfen soll?
Nehmen Sie die Worte, mit denen Kunden am Telefon ihr Anliegen schildern, und fügen Sie den Ortsnamen an. Die Vorschläge im Suchfeld und der Kasten mit ähnlichen Fragen zeigen Ihnen weitere Formulierungen.
Sollte ich den Wettbewerbern in sozialen Netzwerken folgen?
Das ist selten nötig und kostet regelmäßig Zeit. Ein Blick pro Quartal auf ihre Profile genügt, um zu sehen, ob dort überhaupt etwas passiert.
Was mache ich, wenn alle drei Wettbewerber deutlich größer sind?
Dann vergleichen Sie die Punkte, die nicht von der Betriebsgröße abhängen: Kategorie, Vollständigkeit des Profils, Antworten auf Rezensionen, eigene Seiten je Leistung. Bei der Menge an Inhalten und an Bewertungen werden Sie nicht gleichziehen, und das muss auch nicht das Ziel sein.
Wie lange dauert es, bis sich nach den Änderungen etwas zeigt?
Für Korrekturen am Google-Profil rechnen wir mit 2 bis 4 Wochen, für eine neue Unterseite auf der Website mit 3 bis 6 Monaten. Garantieren lässt sich beides nicht, weil die Ergebnisse von der Konkurrenzlage vor Ort abhängen.
Passend dazu
Die laufende Pflege des Profils übernehmen wir im Paket Sichtbar. Passend dazu: Warum Sie bei Google Maps nicht auftauchen, Wie Sie mehr Google-Bewertungen bekommen, ohne zu betteln und Google-Kategorien richtig wählen.


